Vom Kampf der Kulturen zum Kampf der Karikaturen  


 

 

 

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Dreimal der 26. Dezember

 

Der Kampf der Karikaturen

Pressefreiheit kontra Meinungsfreiheit 

08.02.2006 - Zum Konflikt um iranische Atomanlagen und die umstrittene Umsiedlung Israels nach Deutschland passt der Streit zwischen Henryk M. Broder und seinem ehemaligen Verleger Abi Melzer, der zur Zeit auf höchsten Niveau stattfindet. Vor Gericht. Zu diesem Streit passt wiederum die politische Auseinandersetzung um Karikaturen und Religionen, an der sich auch Analphabeten und Kinder beteiligen dürfen, weil eine Zeichnung fast jeder versteht. Es befinden sich allerdings auch Sprüche darauf. Sie wurden von einer Dänischen Zeitung in Auftrag gegeben.   

Saturn ging in dieser Woche im Quadrat über Sonne und Mond vom Ära-Horoskop der Menschheit. (Ära = 26.04.1892 um 21.46 h. GMT für jeden Ort der Welt)

Weil die Dummheit steigerbar ist, ist der Gipfel stets dort, wo er den anderen jeweils noch um eine Nasenlänge überragt. Der Schwachsinn aber, den die Venus in ihrer rückläufigen Phase zutage förderte, ist schlicht und ergreifend grandios. Ein Jude bezichtigt einen Juden und ehemaligen Freund des Antisemitismus. Zeitschriften bestellen Karikaturen um ihre Leser zu beleidigen. Und nach der sinnvollen Bemerkung, ob die Zionisten im Freistaat Bayern nicht besser aufgehoben wären als am offenen Meer, wird laut über mögliche Atomschläge nachgedacht. 

Bei Kerner, Maischberger, Christiansen und Co. kamen Experten und Mullahs zusammen, um gemeinsam den Irak-Krieg auszublenden und sich für einmal über ein Thema auszulassen, von dem sie tatsächlich etwas verstehen: von Karikaturen. Da durfte Michel Friedman nicht fehlen. Also auferstand das Deutsche Ex-Vize-Gewissen, tauchte im ZDF auf und gab dann auch am meisten von sich. 

Wer sich selbstkarikiert darstellt, von dem sollte man erwarten dürfen, dass er sich ein wenig neu erfindet, wenigstens ein bisschen. Dazu kam es eindeutig nicht. Friedman betatschte wie eh und je seine Sitznachbarn, kalauerte in einem einzigen Satz: "islamische, terroristische, fundamentalistische..." was eigentlich? und wartete dann auf den Beifall seiner dreizehn mitgebrachten Anhänger.  Der kam. Und so werden sie ihn wieder einladen müssen. 

Man muss das wiederholen: Da moralisierte einer Jahre lang über Gott und die Welt, während er Koks und Frischfleisch von Zuhältern bestellte. Und nun sitzt er da und bringt über die moralische Empörung anderer ganze Triaden solcher Buchstabenreihen zustande! Und keiner verbietet ihm den Mund. Sondern - sie klatschen.   

Johannes B. Kerner, der ehemalige Messdiener der ebenfalls zum Fernsehen konvertierte, zeigte darauf den Zuschauern als Finale einen blutigen  Filmausschnitt. Darin wurde einem Jungen - angeblich christlichen Glaubens - von Juden die Kehle durchgeschnitten, um ihm das Blut abzuzapfen, das die Täter zum Brotbacken verwendet wollten. Bevor Kerner seine perverse Premiere am Mittwochabend im ZDF ausstrahlte, habe dies vor ihm bereits schon ein arabischer Sender getan, meinte er. Angeblich zur besten Sendezeit, die offenbar weltweit von Messdienern bedient wird.       

Die Karikatur - das Unterhaltungsmonster  

Auf anderen Sendern ging es ebenfalls friedvoll kultmässig zu. Bei RTL beispielsweise befasste sich zur selben Zeit gerade Günter Jauch, ebenfalls ein Ex-Messdiener, mit einem neuen Buch, das den Titel: "Das Lehrer-Hasser-Buch" trägt. 

Die Frau, die das Buch unter einem Pseudonym schrieb, war enttarnt worden. Ihr blieb nur noch die Flucht nach vorn anzutreten und darob ist sie auf spiegel-tv gelandet. Allein während der Sendung seien 15'000 Emails eingegangen - und wir lachen ob der Aufregung über Karikaturen!

Im ZDF wurden in der selben Minute die Muslime auseinander genommen. Mit friedlichen Mitteln, versteht sich. Denn alle waren ausdrücklich gegen Gewalt. Nur gegen den Irak-Krieg war niemand. Keiner sagte etwas dagegen - ist ja wohl eh klar, das man gegen den Krieg ist. Kann man also abhaken.  

Und man fragt sich nun halt mit Recht: Ob Gewalt etwas anderes ist als ein Krieg? Man könnte auch fragen, ob der Krieg harmloser ist oder harmlos wird, weil plötzlich Fahnen verbrannt werden und Steine fliegen? Oder genauer: Ob der Krieg, wenn er einmal da ist, beim Thema Gewalt keine Rolle mehr spielt, weil man die Tatsache, dass er schon da ist, ohnehin nicht mehr ändern kann? Weil es zu spät ist dazu. 

Man könnte fragen, wie fundamental und terroristisch es ist, mit Christlichem Glauben und infamen Lügen die Demokratie als "Freiheit" zu exportieren? Man könnte fragen, ob das Einreiseverbot mit einer Bibel in Saudi Arabien eine Antwort darauf ist, dass man den Irak - mit der Bibel in der Hand - überfiel, wo die Kirchen aller Religionen bekanntlich stets voll gewesen sind. Man könnte fragen. Aber man könnte auch hingehen und sagen: Jetzt ist Schluss damit! Wir müssen uns also langsam überlegen, ab wann wir dies tun.  

  Man könnte noch weiter tausend Fragen stellen, wovon nicht eine einzige gestellt worden ist. Weil es nur um Gewalt auf Bildern ging. Es geht nicht um Kerner und seine Pissrinne für Getriebene. Aber es geht um diese geheiligte Fragelosigkeit, dieses möglichst und mit allen Mitteln bei der Sache bleiben wollen und sonst nirgends, was absolut monströs ist. 

Es geht um das neue Kriegstreiben, weil einige schon nicht mehr Entschuldigung oder wenigstens "Sorry" sagen können. Jede Frage, die nun über den wirtschaftlichen Schaden und den Horizont der Talk- und Lotteriegesellschaft hinaus geht, ist schon unangebracht, ja verboten. 

Noch weiter mit Worten zu fragen, ist ohnehin masslos übertrieben. Den Kampf der Kulturen kann man nämlich auch mit Karikaturen führen. Soeben hiess es noch: Tanz nicht den Hitler! Jetzt heisst es: Tanz nicht mit Allah, denn Mohamed ist sein Prophet!  

Inzwischen sind deshalb Menschen gestorben. Und angeblich - "laut Zeugenaussagen" - noch etliche Fensterscheiben zu Bruch gegangen. Dänische Botschaften wurden geschlossen und ihre Fahnen eingezogen. Und deshalb betitelten ein paar Verrückte ihre Berichte wie beim Tsunami oder beim Sturm Katrina über New Orleans: "Das Auge des Orkans"! 

Wären nicht Tote zu beklagen, würde wohl klar: dass wir um den Kampf der Karikaturen von ganzem Herzen froh, und mit vollem Verstand zutiefst dankbar sein müssten: denn beide wurden nun aufgeweckt, sie sind erwacht, es gibt sie tatsächlich noch! Und deshalb wissen wir auch, wie locker, unbeschwert und beschwingt wir damit vor uns hin leben. 

 

Das Unterhaltungsmonster in Freiheit

"Ist unsere Pressefreiheit oder Meinungsfreiheit in Gefahr? Soll die Kunst der Künstler angetastet werden dürfen?" Mit solchen und ähnlichen abartigen Fragen möchte der totale Hirnriss schnell wieder gekittet werden. 

Wir, die Gebildeten - oder zumindest Eingebildeten - und Kultivierten reizen jene, die wir für Rückständige und ungebildete Primitive halten mit unserer Tücke. Und darauf erwarten wir von ihnen, dass sie mit mehr Vernunft und Besonnenheit reagieren, als wie wir es unserem eigenen Verstand in einer Sternstunde wünschten! Da sie aber so reagieren, wie wir es erwartet haben und wollten, fallen wir nun aus allen Wolken und brüllen nach der Pressefreiheit. Dem geneigten Leser suggerieren wir noch, dass damit auch seine eigene Meinungsfreiheit auf dem Spiel stünde. Diese Form von Kultur ist jetzt bei ihrer eigenen Karikatur angekommen: beim Unterhaltungsmonster.     

Verschiedene Freiheit

Aber selbst um diese Kultur geht es offenbar gar nicht. Es geht nicht mal um Moses, Jesus oder Mohamed. Es geht um die Freiheit schlechthin! Zuerst um die Pressefreiheit. Also um das Recht, nicht schreiben zu müssen, was man tatsächlich denkt. Und es geht um die Meinungsfreiheit: die uns von unserer Meinung befreit.  

Doch vielleicht können wir die Meinungsfreiheit, die jedem zusteht und die Pressefreiheit, mit der sich die Medien an die breite Öffentlichkeit wenden, doch noch unterscheiden. Es besteht noch immer die Hoffnung dazu. Dann blieb uns nämlich der Unterschied zwischen beiden erhalten. 

Es ist nämlich ein Unterschied, wenn man ein paar Freunden - die einem verstehen oder mögen -  mit einer schrägen Meinung auf die Füsse tritt, womit man dann leben muss, oder ob man als Profi sich dafür bezahlen lässt mit Worten und Zeichnungen an die Öffentlichkeit zu gelangen, um Teile davon gezielt zu verletzen. Weil sich andere darüber freuen. Sodass die gleiche Zeitung Karikaturen von Jesus ablehnte, weil sie solche der Befindlichkeit ihrer Leser nicht zumuten wollte. Das ist die Pressefreiheit, die mit der Meinungsfreiheit wenig zu tun hat.   

Der kleine Doktor Goebbels und sein Freund Freisler haben sich auf Nachfrage zum Recht auf ihre Kampagnen auch auf die "Pressefreiheit" berufen. Weil ihnen die Meinungsfreiheit scheissegal war. Dem Doktor Friedman, der sein persönliches Babelsberg auf Koks erlebte, sollte das doch bekannt sein.  

 Die Pressfreiheit kann und darf nicht weiter gehen als die Meinungsfreiheit. Letztere besitzt auch wer keinen Verlag besitzt und keine Zeitung herausgibt. Erstere muss kürzer treten, indem sie lange und genau darüber nachdenkt, was sie mit ihrer Freiheit anstellt und anstellen will. Das heisst beispielsweise, dass genau überlegt wird, welchen Propheten man gerade beleidigen möchte und was dabei heraus kommt.  

Falls Harald Schmidt keine Sprüche mehr findet, die nicht beleidigen, muss er auch wieder in der Metzgerei arbeiten und dort Witze sammeln. Der ehemalige Deutsche Minister Fischer tut das ja auch und holt nun endlich das Abitur nach, das er es bisher versäumt hat - wenn auch als Professor getarnt.   

Selbstverständlich wollen die Medien aber nie jemandem schaden. An keinem einzigen Tag im Jahr wollen sie das. Nur auf die Pressefreiheit - die sich nach ihrem Verständnis mit der Meinungsfreiheit deckt - möchten sie gemeinsam mit uns stolz sein. Leider reden wir dabei nicht mehr vom selben. Die freie Presse vertritt nämlich überhaupt nicht unsere Meinung, - jedenfalls meine nicht! Ganz im Gegenteil. Sie nimmt sich höchstens die Freiheit heraus, dies von sich zu behaupten. 

 Ich bin in keiner Kirche und habe auch mit Mohamed überhaupt nichts am Hut und ziehe freiwillig aus, wenn mich ein Muslim mit seinem Glauben belästigt. Das heisst aber nicht, dass deshalb die Presse meine Meinung vertritt. Und mir damit die Freiheit raubt, mir eine eigene Meinung zu bilden. Es heisst nicht, dass ich Karikaturisten verstehe, die "auf Teufel komm raus" Bildchen malen, mit denen man selbst Analphabeten gezielt verletzen kann. Karikaturen in Zeitungen sind bisher noch keine vom Himmel gefallen, sie werden normalerweise in Auftrag gegeben und als Botschaft bestellt. Die Botschaft war deutlich und klar. Sie wurde verstanden. Es ist alles sooo ähnlich - wie 1934! 

"Wehret den Anfängen!" meinte Frau Merkel zu einem potentiellen Gesprächspartner. An wen erinnerte sie sich da? War sie damals überhaupt schon auf der Welt? Und wie soll der jetzt mit ihr reden. Es kann doch nicht schlecht gemeint sein, wenn sie im Gegenzug daran erinnert wird, zuerst Nachzudenken bevor sie spricht. Der Hinweis wäre schon vor dem Irak-Krieg nicht übertrieben gewesen.

Wir leben in einer wahrhaft unfriedlichen Zeit

Noch andere sind bei der Karikatur angekommen und karikieren sich selbst. Zuerst auf allen Sendern zur selben Zeit Hass und Krach und Streit. Wird der Klamauk abgeschaltet geht die Verfolgung in Natura weiter. Wir haben offenbar nichts Gescheiteres mehr zu tun.  

So gingen auch Abraham Melzer ein Verleger und Henryk M. Broder sein ehemaliger Autor auseinander. Nun trafen sich die beiden ehemaligen Freunde trotzdem wieder - vor Gericht. 

HMB hat für seinen Freund Abi nicht mehr viel übrig

Wie diese Geschichte ausgehen wird, kann man noch nicht genau sagen. Traurige Tatsache ist aber, dass den Antisemitismus-Vorwurf jeden treffen kann - selbst einen Juden. Vielleicht bringt der eine den anderen noch ins Gefängnis damit, was dann ein Deutsches sein würde. Über die weiteren Folgen wagt man gar nicht mehr nachzudenken.    

Im Moment stehe die Sache 2:0 für den Verleger. Dabei war er es, der seinem ehemaligen Autor prophezeite, dass er niemals Tucholsky werden könne. Da dies eine ernsthafte Beleidigung für jeden Schriftsteller ist, schlug der Reporter prompt zurück und bezichtigte den Verleger des Antisemitismus. 

So etwas kommt manchmal in der besten Familie vor. Selten genug, aber manchmal geling es.   

So weit so ungut. Es liess sich nämlich tatsächlich ein Gericht finden, das sich damit befasste und zu einem Prozess tagte. Leider sagten die Richter nicht: "Guten Morgen, ihr könnt gleich wieder gehen! Ihr könnt nämlich beide nicht Tucholsky werden - höchstens jeder ein halber. Wenn ihr aber fleissig übt und euch wieder verträgt, kann daraus eines Tages ein ganzer werden. Seid ihr damit zufrieden - dann ist es gut so.   

Weil sie nicht auf die Idee kamen, geht auch diese Geschichte weiter. 

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Zum Thema Karikaturen:

Link zu einer Rede von Muhammad Kalisch Uni Münster 

Auszug aus der Rede von M. Kalisch: "Tatsache ist aber auch, dass die USA diese Krise der islamischen Welt bis jetzt immer dazu genutzt haben, ihre Interessen auf Kosten der Menschen in der islamischen Welt durchzusetzen. Jede den USA freundlich gesonnenen Diktatur wurde und wird von den USA unterstützt. Saddam Hussein wurde von den USA unterstützt und niemand störte sich an seinen Menschenrechtsverletzungen, bis er sich gegen die USA wandte. Die Taliban, jene fanatische Gruppe, die geradezu zum Symbol einer islamistischen Unrechtsherrschaft geworden ist, hat in Afghanistan nur deshalb jemals die Macht übernehmen können, weil die USA sie aufgebaut haben. Wenn die USA heute über Saddam Hussein oder die Taliban richten, dann richten sie über ihre eigenen Kreaturen und damit über sich selbst!"

Beitrag von 2004

Vom Geist der Doppelgänger in den Medien

von Edgar Valentin Flückiger

Die Geisteskrankheit der Doppelgänger, - ob sie gerade Gott spielen oder nur Saddam Hussein - ist die Lüge. In den Medien folgt man als Spur dieses Leidens einer schäbigen Krankheit, die wiederum als haarsträubende Doppelmoral dem Unwesen aller Doppelgänger entspricht. Was wären wohl die Wolfowitz's und Rumsfeld's ohne die Hussein's? Wie würden die Doppelgänger ihr Dasein fristen, wenn nicht, indem sie sich nach dem Gift sehnen, das ihre Doppelmoral stets produziert?        

US-Pentagon-Vize Wolfowitz hat zugegeben: Wegen Kalaschnikoffs sind die Amis nicht in den Irak gezogen. Doch etwas anderes gab es dort nicht, bevor sie gekommen sind. Massenvernichtungswaffen waren keine da. Und auch Saddam Hussein fehlte. Er ist 1991 in den Untergrund abgetaucht, und seither regieren seine Doppelgänger. Die Doppelgänger wiederum müssen alle ebenfalls in den Untergrund abgetaucht sein, denn bisher wurde keiner "von den Vielen", die vor dem Krieg ständig berichtet wurden, der Welt vorgeführt. Auch keinem einzigen authentischen Doppelgänger, ausser "Chemie-Ali", der verwandtschaftliche Züge mit Saddam Hussein aufweist, sind wir bisher in den Medien begegnet. 

Saddams Doppelgänger sitzen in Washington, im Pentagon und im Weiss getünchten Haus und tun das, was man Saddam Husseins stets vorgeworfen hat: Sie belügen auf infame Weise die Welt! Dabei verhalten sich die echten Doppelgänger arroganter als das Original, wenn sie gelogen haben. Auf Videos und Zeitungen, die seit Wochen herum liegen, sieht und hört man, was für ein Lügner Saddam Hussein doch war. Und jetzt stellt sich heraus, dass alle nur logen, er lüge. 

"Saddam habe Dutzende von Doppelgängern!" wurde von Zeitungen und Sendern berichtet. Bestellt man sie nicht alle ab, muss man weiter mit schrecklichen Vorstellungen leben. Man kann sich nämlich nichts Schlimmeres vorstellen, als Saddam Husseins Doppelgänger, vor denen das Original jetzt wie ein Ausbund an Ehrlichkeit erscheint. Was für erbärmliche Whiskysäufer, die am Sonntag in die Kirche kriechen, um für ihr Lügengebäude zu beten! Hussein gab zu, dass er ihre Waffen nicht mehr besitzt. Sie wussten es bereits, aber sie glaubten es sich selber nicht, weil sie stets doppelt lügen. Sie betrügen das Original und sich selber. Die Geisteskrankheit der Doppelgänger liegt in der Doppelmoral ihrer Lügen, die sich nicht einmal mehr vor der Wahrheit verstellt. 

Ganz bürokratisch füllte man so ein Kriegsformular aus, Grund des Angriffs: "Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen". Für einen Krieg gibt es ohnehin keinen wirklichen Grund, also reicht es, wenn man sich nachher wieder verträgt. Und ist die Wahrheit einmal verdreht und die Lüge auf den Kopf gestellt, ist auch die Unwahrheit nicht mehr gelogen, sondern zum Dauerzustand unserer Geistesgegenwart geworden. Dieser Geist ist jetzt Gegenwärtiger den je. Er stammt noch aus den Briefkästen der Inquisition, wo jeder jeden verriet, er lauert uns an jeder Ecke auf. Der totale Überwachungsstaat wird von unseligen Doppelgängern eingeführt, die selbst dem Original nichts mehr glauben können, weil sie es ja besser wissen.        

Saddam Hussein und seine Massenvernichtungswaffen sind verschwunden, weil es sie niemals gab. Und es gab sie nicht, obschon die Amerikaner und Briten diese Waffen in die Welt geliefert haben, - daran sind sie buchstäblich verrückt geworden. Es mahnt an den christlichen Irrglauben, man habe den Tod überwunden - und muss trotzdem weiter sterben. Daraus entsteht der Nährboden, um krank, arbeitslos und sinnlos zu werden und in geistiger Rezession zu versinken. Würden wir arbeiten und fasten, könnten wir nicht darüber nachgrübeln, wo sich die Doppelgänger jetzt aufhalten, die wir einmal zu sehen geglaubt haben. Nun brauchen wir unsere Zeit, um zu studieren. Wir essen Brot, um wieder selber denken zu lernen. Woher rührt das Doppelgängertum von Saddam Hussein, vom lieben Gott, von Propagandagespenstern und unserer Doppelmoral? Sollten wir uns nicht besser entrüsten? 

Saddams Waffen sind jedenfalls verschwunden. Saddams Doppelgänger in Washington und London haben sich entrüstet. Bis an die Zähne bewaffnet haben Blutleere blutige Eide geschworen. Jetzt warten sie als Doppelgänger des Bösen, die es immer gab und immer geben wird, auf das Original und ein  Ende. Als Gefangene ihrer Rollen, hegen sie mit ihrer Hoffnung auf einen Inhalt eine Art Heilserwartung vom tatsächlichen Wesen, das sie von allen Übeln erlösen soll. Hussein ist ihr Original, von dem sie sich Inhalt und Erlösung versprechen. Und es gibt viel zu erlösen. Die Entrückung wird gross sein, die Entrüstung wohl auch, der Tag hell, und seine Doppelgänger werden sich wundern. Oder auch nicht. Denn sie haben ihren "Messias", dem sie die Macht gaben, die sie nun hat, pünktlich erwartet. Es ist nur eine Frage der Präzision. 

Präziser als ihre Lügen kann nur noch die Unwahrheit sein, die auch mal auf den Kopf gestellt wird, damit wir von oben wieder das Unten sehen. Und dabei bleibt wahr, dass sich die ganze Wahrheit nie zeigen wird. Darum könnte uns der blosse Teil einer Nicht-Lüge bald schon ziemlich vollkommen erscheinen.  

evf

 

 

 

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