Liebe ARD ich habe gestern bei Euch reingeschaut...

Berichterstattung der freien Welt

ARD Abend-Nachrichten: Dienstag 2. April 2002

Während des Krieges der USA gegen Afghanistan wurde der Präsident von Pakistan über mehrere Monate auch in den Berichterstattungen der ARD "Präsident Musharaf" genannt. Als er nun am 1. April 2002 sein Nachbarland Afghanistan besuchte, hiess er für die ARD, die darüber berichtete, wieder schlicht und einfach der "Militärmachthaber Musharaf". Das ist zwar peinlich, aber so einfach funktioniert Manipulation noch nicht.

In der gleichen Nachrichtensendung berichtet jedoch die ARD darüber, dass - wer wohl? - der Irak tausende von Dollar an die Hinterbliebenen der palästinensischen Märtyrer und Attentäter zahlt. Der Preis steige derzeit - laut ARD - zeitgleich mit den Ölpreisen. Als Beleg für diesen Schwachsinn wird der "Bericht" mit einem Filmausschnitt untermalt, der einen alten Greis in irgend einem arabischen Land zeigt, während er wütend auf die Welt schimpft. - Also bitte, seichter gehts nimmer!

Liebe ARD!

- bitte sendet wieder "Wetten das?"

Und liebe Redaktion von den ARD-Nachrichten! Bitte sendet nicht Bilder von Männern in schwarzen Tüchern, die an Kletterstangen raufklettern und sich wieder runterseilen, um uns Angst zu machen, denn das kennen wir schon von den "Supertruppen" und "Spezialeinheiten" aus Übersee. Wir sind es inzwischen gewohnt.

Bitte bleibt noch ein wenig bei der Wahrheit. Und wo Euch dies nicht mehr gelingt, besinnt Euch wenigstens auf das Menschenmögliche! Manipuliert uns wenigstens mit Dingen, die wir noch glauben können, nicht mit fundamentalem Schwachsinn, denn Europa wünscht sich keine texanischen Zustände.

Ihr seid unter anderem ein Nachrichtensender, von dem man an ernsten Tagen nicht das Wort zum Sonntag erwartet, wo Herr Gottlieb noch um Verständnis für Israel bitten darf, das gerade wild entschlossen ist, seine Nachbarn und sich selbst auszurotten. Berichtet auf anständige Weise von der Krankheit, anstatt sie kompliziert zu pflegen. Denn es ist eine Krankheit, die man nur mit dem Gespräch heilen kann, und nicht mit der dumpfen Pflegeabsicht ratlosen Gutmeinens. Bleibt aber auch ein wenig betroffen dabei.

Sonst bitten wir Euch inständig, sendet "Wetten das?" Oder besinnt Euch wieder darauf, was ihr sagt - und auf das, was ihr seht:

Zum Beispiel: März 2002 / Der amerikanische Journalist Don F. Jordan meint in einer Gesprächsrunde über Palästina zu einem palästinensischen Arzt im Fernsehen ORF, zu einem Zeitpunkt als der Konflikt im nahen Osten brutal eskaliert: "Man muss das nun wirklich mal relativieren, andere Völker leiden auch! Jassir Arafat hat es nur verstanden, mit fraglichen Mitteln das palästinensische Problem auf den Tisch der Weltöffentlichkeit zu bringen!"

Dass es für die Dauer einer einzigen Sendung mal allein um Palästina ging, und er genau dazu auch eingeladen war und wahrscheinlich bezahlt wurde dafür, war diesem arroganten Zyniker offenbar schon zuviel. Zur ebenfalls anwesendenen israelischen Mutter, die ihren beiden "Kinder unbedingt eine Militärkarriere verschreiben will", fiel ihm in der gleichen Sendung nichts ein - eine solche Gesinnung schien ihm durchaus vertraut. Gehört sie zur freien Welt?

Mit dem gleichen Zynismus durfte sich Mister Jordan dann wenige Tage später wieder in einer anderen Sendung zu Wort melden, wo es um die Todesstrafe und die Grundlage der Menschrechte ging. Er begann das Thema so: "Da wir in Amerika eine Demokratie haben, und nicht wie in Deutschland einen Parteienstaat, haben wir uns in den USA für die Todesstrafe mit humanen Mitteln entschieden!" (Fernsehen Baden Würtenberg)

In den USA werden 11-jährige Kinder und Geisteskranke hingerichtet. Die Gefängnisse gleichen Irrenhäusern aus dem Mittelalter. Die Schwarzen, die vom Staat ermordet werden, befinden sich in haushoher Überzahl. Der Hautpveantwortliche der Amerikanischen Kultur des Tötens heisst George W. Bush, er hat in Texas 152 Menschen hinrichten lassen. Er wurde Präsident der USA, die jetzt sogar eingestehen muss, dass sie rechtlose Gefangene hat, die auf Qantanamo in Ställen hausen.

Eine freie Welt zeichnet sich aber nicht dadurch aus, dass sie gegen andere die eigenen Rechte durchsetzt, indem sie Kriege und Prozesse dazu führt, sondern vor allem dadurch, dass sie die Menschenrechte auch gegenüber anderen achtet und einhält.

Bush' s Bruder führt als Gouverneur das Geschäft in Floriada weiter. Beide teilten Länder grösser als Frankreich oder Deutschland unter sich auf, ohne über besonderes politisches Geschick oder ausreichende intellektuelle Fähigkeiten zu verfügen, ein Manko, das Bush junior während dem Wahlkampf mehrmals bewies, als ihm wiederholt politisches und allgemeines Grundwissen fehlte. Welche Qualitäten sind es also, denen die Gebrüder Bush ihre Macht in der Todesdemokratie verdanken? Was würde wohl die freie Welt sagen, wenn Husseins Bruder den Iran regieren würde?

Zurück zum Meinungsmacher aus den USA. Nach dem selben Muster, - jeweils mit einem einzigen schrillem Trumpf im Ärmel anzukommen, den er anderen Teilnehmern dann vorwirft, - wies der gleiche Journalist in einer weiteren Sendung einen Deutschen Friedensforscher zurecht, der vor übereilten Handlungen warnte. Nach Jordans Meinung: "sind es nämlich nicht etwa die Russen oder die Allierten gewesen, die Deutschland von Hitler befreit haben, sondern allein die Amerikaner". Der zugeschaltete Friedensforscher verstummte darob. Als er weggeschaltet wurde, liess sich Jordan in dessen Abwesenheit noch einmal so darüber aus: "In Afghanistan sind sie schon vorher gestorben, sie starben schon immer, auch vor unserer Intervention". Ist das blanker Zynismus? Oder ist es nun die Sprache der freien Welt?

Liebe ARD, es liegt wohl auf der Hand, warum man auf französische Sender umschalten muss, um weniger zensierte, retuschierte und weniger manipulierte Nachrichten zu erhalten.

Es liegt auf der Hand, warum Herr Kirch sich getäuscht hat, als er annahm, dass das Realitäten-TV nicht spannender werden könne, als sein "Pantoffelkino" zuhause. Es ist leider spannender geworden. Man sollte aber deswegen den Brand nicht auf eigene Faust deplazieren. Und man sollte auch nicht die halbe Welt mit Rundumschlägen verteufeln, um den Brandstiftern einen Gefallen zu erweisen, - der sich letztlich nicht auszahlt. Die Lage ist auch so ernst genug.

In der Hoffnung auf Besinnung oder "Wetten das?"

evf

Der Zugriff auf die freie Welt

die US-abhängigen Sender cnn und n-tv melden: Der Kriesgsverbrecher "Ariel Scharon erklärte an Ostern 2002 Präsident Jassir Arafat zum Feind Israels und der gesamten freien Welt".

Erklärung der freien Welt

Als Bürger der freien Welt erklären wir, dass wir uns nicht von einem blinden Fanaktiker wie Ariel Scharon vorschreiben lassen, wen wir als Feind zu betrachten haben! Wir sehen in den Palästinensern und ihrem Präsidenten nicht unsere Feinde.

Wir sehen, wie die Menschen in Palästina seit Jahrzehnten als Opfer der israelischen Gewalt-Herrschaft überleben müssen, bis jetzt die menschenverachtende Politik des Staates Israel junge Menschen zur letzten noch möglichen Handlung trieb - zum Märtyrertod.

Die israelische Propaganda über die palästinensische Ohnmacht: "Man würde Dutzenden von Jugendlichen den Selbstmord vorschreiben und die Hinterbliebenen dafür bezahlen", ist von gnadenloser Dummheit, die nur eine infame Gesinnung verbreiten kann. Nach Fresspaketen mit Bomben in Afghanistan, schreckt die Politik der verwüsteten Erde nicht mehr davor zurück, Toten und Hinterbliebenen mit angeblichen "Abfindungen für Selbstmord" noch einmal ins Gesicht zu schlagen. Wer aber eine solche Propaganda betreibt, sollte sich im selben Zuge auch fragen, wovon die sogenannte Entwicklungshilfe lebt? Die freie Welt muss leider nachvollziehen, dass Menschen nach jahrzehntelangem Joch von Beleidigung, Missachtung und Staatsterror, ihr Leben jetzt freiwillig wegwerfen. Die Welt blickt beschämt nach Israel.

Der israelische Genozid an den Palästinensern

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Wir alle sind die freie Welt...

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