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Wie
der Plan der Planeten wirkt und wie er sich im Horoskop ausdrückt
18.07.04
Edgar Valentin im
Gespräch mit TV-Produzent Hans Samuel Scherrer
Frage:
Ich habe ihr Buch der Triebwelt gelesen und war fasziniert. In anderen
Büchern über die Astrologie fand ich dagegen ganz andere Ansätze von
Erklärungen. Es gibt also innerhalb dieses einen Systems fast
gegenteilige Ansichten. Nun also: Ist die Astrologie in der Lage, eine
simple Frage ohne hochkomplizierte Theorien, Hypothesen und Mutmassungen
einfach und klar zu beantworten?
Antwort:
Nämlich...?
Frage:
Nämlich die ihrer Existenz - die sich angeblich darauf begründet,
dass sie wirkt?
Antwort:
Warum sollte sie dazu in der Lage sein, sie ist mehr oder weniger in die
Psychologie übergekippt, und die wiederum setzt sich bekanntlich aus
reiner Gesprächstherapie zusammen. Man denkt - passiv oder aktiv -
darüber nach, wie sich eigene Komplikationen anderen vermitteln lassen -
also ein ausgeklügeltes Übertragungsprinzip.
Frage:
Wie wirkt Astrologie?
Antwort:
"Astrologie" wirkt überhaupt nicht.
Es sind die Planeten, nicht unsere Logik, die wirken. In der sogenannten
"Psychologie" wirkt auch nicht unsere Logik, und nicht Mal die
Psyche, sondern die Psyche und was wir darunter verstehen, ist den
Wirkungen ausgesetzt. Man muss solche Verhältnisse erst klar stellen, um
nicht schon im Anfang falsche Schlüsse anzuzielen.
Frage:
Was also wirkt?
Antwort:
Das Zusammenspiel der Kräfte, aus der sich die
Qualität der jeweiligen Energie ergibt. Es wirkt also alles, was zur
Wirklichkeit gehört. Aber da befindet sich unser Verstand nicht
darunter.
Frage:
Unser Verstand bewirkt nichts? Das kommt einem
aber anders vor, wenn man die heutige Welt betrachtet.
Antwort:
Ich habe nicht gesagt, dass unser Verstand
nichts bewirkt, ich sagte, dass er sich nicht in der Wirklichkeit
befindet. Somit kann er - glücklicherweise - nur innerhalb seines
eigenen Rahmens wirken. Und in diesem Rahmen hat die Wirklichkeit
nicht Platz.
Frage:
In diesem Rahmen ist es also unmöglich, zu
sagen, ob die Gestirne und Planeten eine Auswirkung haben?
Antwort:
Doch man kann das sagen. Aber die Antwort ist
nur möglich, wenn sie von der Begrenzung unseres Verstandes ausgehen,
der sich innerhalb eines bestimmten Rahmens der Wirklichkeit betrachtet.
Wenn sie aber sagen, eine solche Grenze lasse ich mir nicht gefallen,
denn ich will mich nicht einfach begrenzen lassen, müssen sie sich der
Meinung von Statistikern und Experten unterwerfen, die ihre Antwort jetzt
für sie finden werden.
Frage:
Warum fanden Planetenforscher wie etwa Michel
Gauqueline oder Gunter Sachs zwar Argumente für die
"Astrologie", aber nicht eindeutige Beweise?
Antwort:
Weil sie statistisch vorgingen. Das habe ich ja
eben gesagt: Sie haben gesammelt, nicht geforscht. Sie haben sich auch
nicht lange mit dem Zusammenspiel der Planeten befasst. Sie sind gleich
zur Sonne übergegangen. Sie haben die Besetzung von Horoskop-Häusern
und Zeichen und sogar Partnerschaften aufgrund von
"Sternbildern" und Sonnenstand nach Häufigkeiten ermittelt. Um
sich daraus ein Urteil zu bilden. Sie haben nie nach dem Plan der
Planeten gesucht, sondern nach einem Urteil. Nach ihrem. Doch Planeten
urteilen nicht, also kann man ihre Wirkung mit Urteilen gar nicht finden.
Suchen kann man zwar danach, aber man sucht dann
umsonst.
Frage:
AstrologInnen tun das mitunter auch.
Antwort:
Sicher, weil sie ja "Astro-Logie"
betreiben wollen. Also ein Gewerbe. Das ist wie das spirituelle Gewerbe
der Kirche, wir sind da nur am anderen Ende der selben Fahnenstange
angelangt. Wie die Kirche ungefragt Kinder tauft, beugen sich
AstrologInnen ungefragt über Kinder, um aus ihren Daten ein Horoskop zu
erstellen. Eine ungeheuerliche Beeinflussung setzt sich damit in Gang -
gegen die sich das betroffene Kind gar nicht zur Wehr setzen kann.
Frage:
Aber Sie sagten, unser Verstand kann ja der
Wirklichkeit nichts anhaben.
Antwort:
Der Wirklichkeit nicht, aber dem Kind, das auch
einen Verstand hat, mit dem es später durchs Leben gehen muss.
Frage:
Haben Sie von ihren eigenen Kindern keine Horoskop
erstellt?
Antwort:
Doch, natürlich habe ich das. Und sie habe ich dann
auch begleitet. Aber nicht für fremde Kinder an fremde Eltern, die ich
nicht kenne und wo ich nicht weiss, was letztlich daraus wird und wie sie
die Interpretation übersetzen. Ich habe einem Verwandten das Horoskop
für ein Kind abgelehnt.
Frage:
Und getauft?
Antwort:
Da ich nicht der liebe Gott bin und er mich nicht dazu
aufgefordert hat, können sich meine Kindern später taufen lassen -
falls sie dies wollen. Das müssen Menschen selber entscheiden dürfen.
Dafür sollten sie erst erwachsen werden, und diese Zeit muss man ihnen
lassen.
Frage:
Warum ist die Astrologie, selbst mit Computern, den Beweis bisher
schuldig geblieben?
Antwort:
Ist sie das? Die Sammlung von Gunter Sachs hat nichts gegen die Wirkung
der Planeten hervorgebracht, sondern im Gegenteil, allein schon der
jeweilige Sonnenstand der zwölf Gruppen oder Zeichen ergab als Resultat
gravierende, nicht erklärbare Unterschiede. Falsch war aber, dass sie
sich schon von Anfang an nur auf Zahlen verlegten. Mehr kam dann auch
nicht dabei heraus. Ich glaube, die waren selber sogar ganz zufrieden mit
dem Resultat. Das ist, gemessen am Aufwand den sie betrieben, aber karg.
Aus Sicht der Zeitungshoroskope war das vielleicht ein Erfolg, die
beschreiben "Stiere" und "Waagen" auch anders,
allerdings jedes Mal auf die genau gleiche Art und Weise anders.
Normalerweise geht man aber einen Schritt weiter, wenn einem der erste
gelang.
Frage:
Was haben Gunter Sachs & Co also falsch gemacht.
Antwort:
Sie haben den Weg von Bern nach Berlin nach Kilometern gemessen, einen
Weg, den jeder anders erlebt, nicht nur weil er andere Begegnungen hat.
Ihr Bericht blieb somit auf Zahlen beschränkt.
Frage:
Also auf Mathematik.
Antwort:
In den Fragen nicht ganz, aber so sind sie vorgegangen, ja.
Sie versuchten sich rein wissenschaftlich zu verhalten, um damit Daten
und Menschen zu versöhnen. Das kann man nicht. Und die Daten waren noch
ausgerechnet Geburtsdaten! Die es so gar nicht gibt. Geburtsdaten sind
auch Enddaten - von Schwangerschaften beispielsweise. Sie sahen nur die
Geburt darin. Also haben sie Physik nachgeahmt und die Biologie, die
weiss, dass niemals zwei Dinge identisch sind, nicht Mal beachtet.
Was dabei herauskam war ein Zeugnis der Mechanik unseres Geistes, aber
leider nur ein Vorführmodell, keine Beschreibung davon. Die Beschreibung
muss sich jeder Leser selber
vorstellen.
Frage:
Und wonach hätten sie fragen sollen?
Antwort:
Anstatt ein astrosomatisches Rally zu veranstalten, hätten sie fragen
sollen: "Wie gehörlos, taub und blind sind wir in
Wirklichkeit?" Denn das sind wir alle mehr oder weniger. Doch die
genaue Mixtur davon ist nicht so einfach zu messen. Auf die Frage:
Wählen Sie links oder rechts? da gibt es maximal drei Antworten darauf.
Daraus entsteht dann eine Statistik, die in der Realität stimmt, aber am
Ende trotzdem nicht immer aufgeht. Also nicht mal derart einfältige
Statistiken werden Wirklichkeit, obschon sie in einem bestimmten Moment
real stimmen mögen. Daher zeugt es von einer unheimlichen Arroganz, sich
mit Kilometerfragen und der Wegbeschreibung zu einigen Tankstellen in ein
solches Unternehmen zu stürzen. Es hat mit Mut nicht das Geringste zu
tun, wenn man damit nirgendwo ankommt. Ich glaube, die Gilde um Gunter
Sachs hat noch immer an Porsches gedacht - an Geschwindigkeit, an
Fortbewegung und Verkauf, nicht an Tiefgang und die eigenen
Grenzen.
Frage:
Kann man vermittels des Geburtshoroskop die Wirkung überhaupt
beweisen?
Antwort:
Genau darin liegt der Verpackungsirrtum der modernen Künste und ihrer
Märkte. Es ist die Arroganz der Physiker gegenüber den Biologen.
Das Geburtshoroskop ist in erster Linie das Horoskop von einem Ende,
nämlich vom Ende der Schwangerschaft, vom Ende der Wirklichkeit. Dann
wird alles umgedreht. Wir selbst kommen sogar verkehrt auf die Welt. Und
nun wird das Horoskop vom Ende des Lebens davor, zum Horoskop vom Anfang
in die Erscheinungswelt danach. Ab diesem Moment tickt aber die Uhr! Für
uns alle. Das haben die Hobbyforscher völlig vergessen.
Frage:
Und welche Konsequenz ergibt sich
daraus?
Antwort:
Die Konsequenz ist die, dass jetzt etwas in Bewegung gerät. Auch das
müssten Porschefahrer eigentlich wissen. Nur die Bewegung, und nicht die
Tatsache, dass ein Fahrzeug halt ein Fahrzeug ist, sagt grundsätzlich
etwas über die Qualität des Vehikels aus. Dass es ein Auto ist, wissen
wir ja bereits. Und wenn es sich um einen Menschen handelt, mit allem
drum und dran, wissen wir das auch. Bei diesem Wissen sind die Kritiker
und jene Befürworter aus Absatzgründen bisher alle stehen geblieben.
Auf der Plattform sozusagen, um dort zu vermuten, was alles möglich oder
nicht möglich wäre.
Frage:
Damit tun sie das, was man der Astrologie immer
vorwirft?
Antwort:
Exakt, so ist es. Und die "Astrologie" kam deshalb unter die
Räder, weil es Astrologen gab und gibt, die auf diese Logik eingingen
und nun - eben mit (Astro-) Logik versuchten, diesen Schwachsinn zu
parieren. Dadurch wurde die Sternkunde durch die "Astrologie"
selber schwachsinnig. Denn auf diese Weise sollte Astro ja auch logisch
werden. Das heisst, sie wurde durch die Logik entwertet. Das ist wie bei
der Psychologie, ein pseudo-logisches System, das sich bisher noch jedem
Regime untergeordnet hat, um ein wenig Anerkennung zu erhalten.
Frage:
Mich interessiert noch die Plattform, das Geburtshoroskop. Was sagt dies
aus?
Antwort:
Dass es noch keine Uhrzeit gibt! Insofern nichts, was wir
selber nicht schon besser wüssten. Oder wissen sie nicht, dass die
Formel-1 Klasse unsere Strassen gar nicht benutzen kann? Wir wissen also,
dass man mit einem Schnellboot nicht langsam fahren kann oder soll. Der
unabhängige freiheitsliebende Wassermann ist gegenüber fast allen
anderen so "frei", weil er mit einer Person oder in eine Sache
völlig verstrickt ist. Ich kenne keinen, bei dem das nicht so wäre.
Aber auf der Plattform konzentriert man sich jetzt ausschliesslich auf
seine Freiheit - das lässt sich dann jeder gerne gefallen. Doch ist er
ein Formel-1-Fahrer, aber er hat keine Strasse zum Fahren. Das ist so,
weil die Uhr noch nicht tickt, man nennt das die Anlage. Aber nun kommt
das Leben, Bewegung, das Ticken der Uhr. Und damit verändert sich alles.
Es gibt Leute, die wollen auf solche Tatsachen erst Hinweise, damit sie
sich selber wahrnehmen können. In der Wahrnehmung der Veränderung liegt
die Stärke der Planetenkunde.
Frage: Die
aber nicht im Geburtshoroskop ersichtlich ist?
Antwort:
Selbst Statistiken macht man mit Umfragewerten, die sich verändern -
nicht mit feststehenden Plattformen. Und Veränderung sehen manchmal so
aus: Wenn unter einer Venus - Saturn Progression zwei Partner sich
gegenseitig davon laufen, ist es oft so, dass sie später, wenn sie sich
wieder treffen, noch stärker verbunden sind als vorher. Die Statistik
hält sich aber beim Davonlaufen auf, sie endet dort. Das ist unser
Rahmen. Doch gibt es Trennungspunkte, die uns erst recht verbinden! Wie
nennt man dies jetzt? Trennung oder Bindung? Eine Trennung hat zwar
stattgefunden, aber sie verband uns erst recht. Denken sie dabei nur an
den Tod. Oder an das Geburts-Horoskop, das uns bindet, als wir uns von
der Mutter getrennt haben. Diesen Wechsel sieht man im Horoskop, weil
andere Achsen gleichzeitig zeigen, worauf diese "Trennung"
hinaus läuft. Mit ihrer Vielfalt muss man sich beschäftigen, nicht mit
der Einfalt von einem einzigen Aspekt oder der Sonne in einem bestimmten
Zeichen. Wer die Arbeit an diesem Komplex nicht auf sich nimmt, weil er
meint, er lasse sich nicht beschränken, ist es tatsächlich. Diese
Beschränktheit spiegelt sich dann oft in komplizierten Abhandlungen
wider.
Frage: So
gesehen besitzt das Buch von Gunter Sachs "Die Akte Astrologie"
nicht einmal mehr Unterhaltungswert. Fällt die Frage: Wer ehelicht sich
mit wem? überhaupt noch in den Bereich der Sternkunde?
Antwort:
Natürlich, falls man sich nicht allein auf den Sonnenstand und das
Geburtshoroskop beschränkt. Und sofern man nicht im Zeitlosen umher
agiert- man könnte im Leben ja auch mehrmals heiraten.
Frage:
Dann habe ich, würden Sie wohl sagen, einen Umweg gemacht.
Antwort:
Ich würde sagen, Sie haben eine Abkürzung genommen? Und haben immerhin
erfahren, worauf sich Planeten und Gestirne nicht beschränken
lassen.
Frage: Einige
Stellen klangen fast spannend, aber
nach dem Wortschwall war die Ernüchterung irgendwie nicht
plausibel...
Antwort:
Es existiert kein Buch, das die Sternkunde
widerlegen könnte. Und warum wohl? Sie gehen beschränkt vor. Innerhalb
des pseudo-wissenschaftlichen Anspruchs, dass jede, aber auch wirklich
jede Erscheinung unter denselben Bedingungen geboren würde. So blieb
auch die Ernsthaftigkeit von Sachs & Co absolut minimal, ich möchte
sogar sagen, sie war gar nicht vorhanden. Sie sind mit einem Verstand
vorgegangen, der auf die Kenntnis der Mechanik des Geistes, der das ja
erst tut, verzichtete. Mit anderen Worten: sie haben ihre eigene
Unkenntnis untersucht. Noch dazu an einem Ding, über das sie keine
Erfahrung besassen. Das ist keine mangelhafte Untersuchung, es ist gar
keine Forschungsarbeit, sondern ein sinnloser Akt. Wenn man weiss, dass
ein Gebilde komplex ist - und soviel sollte man von Lebewesen schon
wissen - kann man nicht mit Wetterkarten daherkommen, um die Lebewesen
den Wetterkarten anzupassen. Zudem setzt die Karte nicht das Wetter in
Gang. Und selbst das Wetter lässt sich von anerkannten Meteorologen nur
für ganz kurze Zeit voraussagen.
Frage:
Zumindest dem Rahmen der Wahrscheinlichkeit (in der
Astrologie) haben solche Untersuchungen vielleicht ein wenig
geholfen.
Antwort:
Das sehe ich anders. Wer im Nachhinein Psychologen wie
Jung und Freud anruft und allein mit Wahrscheinlichkeit, dem Unbewussten
und Synchronizität argumentiert, bei dem ist was schief gelaufen. Doch
dann, aber erst danach, wenn solche Vorhaben in Wirklichkeit schief
gegangen sind, berufen sie sich alle - auch hier wieder: wirklich alle! -
auf C. G. Jung oder Siegmund Freud, die beide ihre Sonne und ihren Uranus
im siebten Haus stehen hatten. Das bedeutet: Jetzt wird um die eigene
Meinung prozessiert! Sogar Jung und Freud selber haben das gegen einander
getan. So etwas nennt man einen Bewusstseinsstreit, über den zwei
Besserwisser sich an einander schadlos
halten.
Frage:
Es waren aber auch Astrologen dabei.
Antwort:
Eben. Man kann nicht AstrologIn und Statistiker
in einem sein. Sonst ist man ein Mischwesen. Und das Gewerbe von
Mischwesen wird bekanntlich als Gemischtwarenhandel bezeichnet. Darum
noch einmal: ich kennen keinen, der das Recht hätte, über die Wirkung
der Planeten zu urteilen, wenn er die nicht eingehend erfahren und
nebenbei das Handwerk der Horoskopie gründlich studiert hat. Und den
gibt es nicht.
Ich will Ihnen noch ein
Beispiel nennen: Es gibt Datenbanken bekannter Leute und Unmengen von
Zeitungen mit Todesanzeigen von weniger Bekannten. Wir haben einmal
Todeszeitpunkte in der Progression von Tausend Horoskopen untersucht.
Selbst wenn ich es gewollt hätte, wäre daraus aber keine Statistik
entstanden. Die Progression war bei allen anders, aber sie hatten auch
alle etwas gemeinsam, das andere Progressionen nicht hatten: Es war die
Bündelung der gleichzeitigen Erschwerung aller Achsen, die in einem
Horoskop vorkommen können. Die Frage ist also nur: Wie wollen Sie das zu
einer Statistik verarbeiten?
Frage:
Dann wird man die Planetenkunde niemals
nachweisen können?
Antwort:
Man kann sie nachweisen, aber dafür muss man
etwas Wirkliches tun. Man muss nicht sinnlose Mengen an Daten sammeln,
sondern jedes Horoskop gründlich studieren. Und dann wird man den
Spielraum innerhalb seiner Grenzen schrumpfen sehen. Man sollte also
Horoskope untersuchen, nicht Berge von Papier ansammeln. Weil dies die
Bedingung ist, braucht es nicht fünfzigtausend Daten sondern für jedes
einzelne Datum sehr viel Zeit. Faktisch könnten sie die Frage nach der
Wirksamkeit an einem einzigen Horoskop beantworten - denn ein Mensch
erlebt ja sehr viele Stationen im Leben, die er alle zu einem bestimmten
Zeitpunkt erreicht - es mangelt also überhaupt nicht an Daten. Wollte
man von Friedrich Nietzsche, oder auch von Roy Black, von Rainer Werner
Fassbinder oder von Elvis nach den vorhandenen Daten Untersuchungen ins
Internet stellen, braucht man schnell sehr viel Platz dafür.
Frage:
Das ging also auch mit einem Einzelhoroskop, etwa einem Ereignishoroskop.
Vielleicht von der ersten Mondlandung?
Antwort:
Aber ja, das wäre sogar ein sehr gutes Horoskop, zumindest zur
Verbreitung dieser Nachricht war es ideal. Es gab keinen besseren
Zeitpunkt dafür.
Frage:
Das klingt, als ob sie nur die Nachricht glauben, weniger die
Tatsache.
Antwort:
Jupiter und Uranus auf Null Grad Waage kommen nur innerhalb von ein paar
hundert Jahren vor, es wäre ein gutes Horoskop für jedes grosse
Ereignis. Der Anlass könnte also stimmen.
Frage:
Aber ein Bluff wäre nicht ausgeschlossen?
Antwort:
Vergessen wir unseren Rahmen nicht. Ich habe den Film gesehen, mir kam
das damals echt vor. Doch nur die Verbreitung dieser Nachricht, also
unsere Meinung, - die sich mit der Realität deckt, vielleicht aber auch
nicht - ist ersichtlich. Hätten sie geblufft, würden
sie sich zumindest den richtigen Zeitpunkt auch dafür ausgesucht
haben.
Frage:
Man sieht die ganze Wahrheit nicht?
Antwort:
Das ist unsere "Wahrheit": Wir waren auf dem Mond! Es gibt
keine andere Form der Wahrheit für uns, so lange wir sie von aussen
beziehen. Oder waren sie dabei? Ich nicht. Es wird überall so erzählt,
die Planeten wiedersprechen dem nicht. Es ist auch ein reichlich seltenes
Planetenbild dazu vorhanden, was will man mehr.
Frage:
Es gibt also keine andere Antwort, selbst wenn es anders gewesen
wäre?
Antwort: Vom
Ereignis her nicht, da müssten sie die Protagonisten untersuchen. Vom
Ereignis könnten sie nur mit dem genauen Zeitpunkt sagen, ob es sich
dabei um eine "Totgeburt" handelte oder nicht. Wenn dem aber so
wäre, was hätten wir davon? Es bliebe trotzdem die Wahrheit, weil
Meinungen und Nachrichten, die alle glauben, uns die Wahrheit gut
ersetzen können. Wir haben nun Mal nichts anderes.
Frage:
Und wenn Bush verliert im November?
Antwort:
Würden die Planeten dem auch nicht widersprechen - aber die Astrologie
schon. Weil die Astrologie ganz klar und eindeutig festhält, dass eine
Venus - Jupiter Konjunktion der Karriereaspekt schlechthin ist. Und den
hat Bush dann. Er müsste gewinnen.
Frage: Und
sie behaupteten schon nach dem 11. 9. das Gegenteil als achtzig Prozent
der Amerikaner noch für ihn waren. Könnte er verlieren unter diesem
Aspekt von Venus-Jupiter? Oder anders gefragt: Kann man die Planeten
täuschen?
Antwort:
Nein, aber ich bin Planetendeuter und gehe nicht so astrologisch vor.
Ausserdem darf ich mich selber widerlegen, zumindest versuchen, ob das
gelingt. Ich sagte hier auf mehreren Web-Seiten, dass eine Niederlage von
Bush die Astrologie widerlegen würde. Und nun darf ich wohl spielen
damit.
Frage:
Damit halten Sie sich beide Türen offen.
Antwort:
Aber an der einen steht Astrologie, an der anderen steht mein Name. Darf
ich das? Astrologisch muss Bush gewinnen. Aber ich bin dagegen - so
einfach ist das.
Frage:
Mit einer Venus-Jupiter Konjunktion müsste das eigentlich so sein.
Antwort:
Trotzdem bin ich dagegen. Sonst haben wir noch einmal 4 Jahre menschliche
Auszeit. Oskar Lafontaine stieg mit der Progression Merkur-Jupiter - also
auch nicht schlecht - sogar aus der Regierung aus, um mit seinen Kindern
zu spielen und ein Buch zu schreiben, in einem Boulevardblatt schreibt er
noch heute daran. Jörg Haider gewann unter Sonne- Jupiter mit seiner
Partei, die damals in die Regierung einzog, aber er selber zog sich nach
Kärnten zurück. Es gibt Verbindungen oder Konstellationen die eindeutig
zu gut sind für die politische Bühne. Man sagt nicht umsonst,
"Politik ist eine Hure" - Voraussetzungen dazu müssen daher
auch im Horoskop vorhanden sein.
Frage:
Man begreift das aber auch so: sich nicht aus der Verantwortung stehlen.
Antwort:
Wenn sie wirklich Verantwortung wollen, gehen sie besser in die
Feuerwehr! Das tun die aber eher
selten.
Frage:
Die Sternkunde oder Planetenkunde wird oft von
anderen Forschern kritisiert und für Unfug erklärt. Einige wiederum
vermuten darin doch eine Wirkung. Kürzlich sagte sogar ein Minister, es
war der Deutsche Verkehrsminister Manfred Stolpe, im Fernsehen: Er sei im
Stier geboren! und er wollte damit auf seine Beharrlichkeit (etwa nach
dem Maut-Desaster) hinweisen.
Antwort:
Für Herrn Stolpe war das als Minister
sicherlich nicht die schlechteste Antwort! Er hat damit eine lange
Begründung über seine Beharrlichkeit auf einfache Weise verkürzt. Und
diese Abkürzung unterstreicht wiederum seine Sonne im Stier, denn das
tun "Stiere" gern. Der "Stiergeborene" Saddam Hussein
hat auf die vielen Fragen seiner Richter kurz und bündig geantwortet:
"Das ist doch alles Theater, der wahre Schuldige ist
Bush!"
Frage:
"Stiere"
reden also am liebsten im Telegrammstil?
Antwort:
Wenn sie wegen ihrer Langeweile angegriffen und
vorgeführt werden schon. Das machen Blair, Milosevic und Saddam derzeit.
Die sind halt ein wenig fantasielos und kramen dann im Spiegelzeichen vom
Wassermann herum, wenn sie Angst spüren - also beschäftigen sie sich
vor allem auch mit dem Absatz der sogenannten Astrologie. Die wollen sich
selber schützen damit. Gerade das ist jetzt
Sonnenstands-Astrologie, wie sie Zeitungen - im besten Fall -
betreiben.
Frage:
Wie halten Sie es mit echten Kritikern?
Antwort:
Ich kenne keine. Sie meinen sogenannte
Experten? Das ist doch Stumpfsinn. Es gibt wirklich keine! Mir ist keiner
bekannt, der auch nur im Ansatz die Echtheit besitzt, die ihm das Recht
gäbe, über die Planetenkunde oder das Sterndeuten
"abzuklären", also mit Fug und Recht darüber kritisch zu
reden. Ich wüsste nicht, woher er sich dieses Recht geholt hätte. Die
reden ja auch nicht über das Sterndeuten, das ist für sie ohnehin tabu,
die reden von der Astrologie! Aber selbst die kennen sie nicht, denn
würden sie sie kennen, wären sie Astrologen geworden. Man kann
Erfahrungswissen nicht in zwei, drei Jahren erwerben. Man benötigt ein
Leben lang dazu.
Frage:
Welche Erfahrungen haben sie mit Kritikern gemacht?
Antwort:
Es ist schon ein Weile her, als mir nach etwa einem
Dutzend klar wurde, dass ich jedes Wort schon einmal von einem anderen
gehört hatte. Reiht man sie alle aneinander hört man dem Klappern einer
Gebetsmühle zu, die kein Wasser mehr antreibt und daher auf viel Wind
angewiesen ist.
Später wurden sie
stiller. Denn immer wenn sich so ein Allerweltsexperte über Sternkunde -
selbst im Sinne der "Astrologie" - auslassen wollte, musste ich
ihm zuerst erklären, woran er selber glaubt. Verstehen Sie: Er wusste es
nicht!
Frage:
Worauf lief das hinaus?
Antwort:
Darauf, dass einer sich ein Leben lang mit Gläubigern und
Schuldnern, oder Gläubigen und Schuldigen herumschlug. Je nachdem, ob er
seine Weihe in der Kirche oder im Unterricht erhalten hatte. Es gab auch
Wechselhafte, die als ausgebuffte Nihilisten von Gläubigern wieder zu
Gläubigen wurden. Oder als wehleidige Schuldner wieder zu wackeren
Schuldigen.
Frage:
Haben Sie schon viele Kritiker bekehrt?
Antwort:
So weit ich mich erinnern kann, keinen. Und Kritiker woran
denn? Wissen Sie, wenn einer vom Saulus zum Paulus wird, ist das ohnehin
suspekt. Der hat dann - wie Paulus selber - meistens etwas Bestimmtes
vor, und das kann nicht der Sinn eines Wandels sein.
Frage:
Und selbst die Astrologie kritisierte keiner
mit Recht?
Antwort:
Auch nicht, so lange sie nicht wissen, wovon
sie reden. Die Kolumnen von Astronomen oder "Glaubensforschern"
die sich gegen die Astrologie anstellen, kann man schon billiger haben
als Zeitungshoroskope. Es ist der schiere Aberglaube an die Zahl eins
oder den lieben Gott, auf der ihre Logik aufbaut und was sie damit
verbreiten. Eine Zeitung kauft das heute nicht einmal mehr, denn lesen
tut es ohnehin keiner. Verstehen Sie mich recht, ich brauche solchen
Experten das Recht zur Kritik nicht abzusprechen, sondern es gibt diese
Recht gar nicht, wenn man es sich nicht selber erarbeitet hat. Und über
Sternkunde wie über Auswüchse in der Esoterik zu schwadronieren, damit
deklassiert sich ein Kritiker, der glaubt, dass die Dinge zwischen Himmel
und Erde nur in seiner eigenen Birne hausen, auch auf seinem eigenen
Fachgebiet, das er möglicherweise nicht beherrscht. Ahnungslose stellen
sich für alles Nützliche zur Verfügung, man hält sich eben an den
Nutzen, wenn einem der Sinn verschlossen bleibt.
Frage:
Können Sie mir zum Abschluss noch etwas über das
Urteilen oder Verurteilen von bestimmten Fachwissens durch Experten ganz
anderer Fachgebiete in den Medien sagen?
Antwort:
Sie meinen in Sachen Sterndeutung, Astrologie?
Frage:
Nicht nur, eher allgemein. Wir kriegen als Redaktion
beispielsweise immer leicht eine Stellungnahme von verschiedenen
Astronomen, wenn es darum geht...
Antwort:
Ach so, - ich glaube, die würden für die
Veröffentlichung ihrer Expertisen sogar bezahlen. Sogenannte
"Expertisen" entstehen, weil der Mensch über die
Erscheinungen, denen er begegnet, nur urteilen kann. Damit hat ja alles
angefangen. Die Erscheinungen lassen ihm keine Ruhe, darum lässt er
ihnen ebenfalls keine Ruhe mehr. Als Menschen fühlen wir uns in
unserem Wissen bedroht und bedrohen daher ebenfalls mit Wissen. Dies ist
das Muster unseres Tagesverstandes. Nehmen sie die derzeit denkwürdige
"Demokratisierung" im Irak: Das Erste worüber sie dort
demokratisch nachdenken, ist die Wiedereinführung der Todesstrafe, um
Saddam Hussein zu töten. Damit will ich nicht die Verbrechen eines
Regimes verteidigen, aber dies zur Grundlage in einem
Demokratisierungsprozess zu machen, bezeugt, dass einigen das
Zeitverständnis völlig abgeht. Man kann doch nicht einfach davon
ausgehen, dass solche Dinge - die guten und die bösen - sich jetzt rein
zufällig zeitgleich abspielen. Also Demokratie und Todesstrafe. Das
heisst, wir bauen Freiheit auf, aber gleichzeitig wollen wir uns noch an
unseren Feinden rächen. So kommt es dazu, dass Wutentbrannte jetzt als
Hobbyrichter über Leben und Tod walten dürfen, obschon sie keine Ahnung
vom Metier haben, das sie nun ausüben. Man kann nicht nur, man muss
solche Zusammenhänge als Un-Sinn unser Logik sogar direkt vergleichen.
Wir redeten hier über diese Logik, und es ist nicht unsere Psyche
sondern unsere Psycho-Logik, die sich solchen Sauereien unterwirft, indem
sie sie irgendwie legitimiert.
(c) Auszug aus dem 'Buch
der Triebwelt' von Sterndeuter Edgar Valentin im Gespräch mit
TV-Produzent Hans Samuel Scherrer. Das Buch kann hier bestellt
werden.
Zum
Beispiel Roy Black

Zum
nächsten Beweis der Sternkunde
Freier Wille
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