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Der Befehl unter Mars/Uranus

 

 

 

   

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Das Alter der Verschwörungstheorien

    

 

 

Es werde Licht!

24.11.2004 - Vom Dreissigjährigen Krieg, und im selben Atemzug von Wallensteins Tod, ist viel geredet und geschrieben worden. Einer der Gründe dafür liegt zweifellos darin, dass der berühmte Johannes Kepler, den manche schlicht für einen genialen Mathematiker und andere für einen pfundigen Astrologen und manche sogar für beides halten, dem General von Wallenstein aus seinem Horoskop das Ende vorausgesagt haben soll. Oder auch nicht.   

Sucht man in Monographien, Geschichtsbüchern und im Internet nach Auskunft über selbigen Todesfall, wird man sofort fündig und von Daten und Bildchen buchstäblich überschwemmt. Man sollte die Sache aber vorsichtig angehen und sich selber nicht allzu ernst nehmen dabei. Absolute Genauigkeit darf man ebenfalls nicht erwarten. Die Ereignisse liegen schon eine Weile zurück.

Überrascht werden könnte man bereits schon vom scheinbaren Widerspruch der vorhandenen Daten, denn ein Jahr vor Wallensteins Geburt ist 1582 der Kalender umgestellt worden, der um genau 10 Tage verschoben wurde! So fand der Anschlag der Thesen Martin Luthers nach altem Kalender beispielsweise am 31. Oktober statt und dies wird auch so gedacht, nach unserem heutigen Kalender wäre dies jedoch am 9. November zu lesen.  

Insgesamt kommt man aus dem Erstaunen und der Verwunderung gar nicht heraus, denn das alte Verhaltensmuster der damaligen Zeit wird offenbar blitzartig als "Wunderliches Geschehen" in die Gegenwart übertragen. Hinzu kommt, dass ein anderes Horoskop von Wallenstein als das Abbild vom ersten Original das Kepler im Jahr 1608 erstellte und das als Druck inzwischen in Millionenauflagen herum gezeigt wurde, nirgendwo aufzufinden ist. Niemand traute oder traut sich offenbar das Horoskop Wallensteins selbst zu erstellen, obschon das mit heutigen Mitteln eine Sache von Minuten wäre. Und wahrscheinlich deshalb nicht, weil berichtet wird, dass "die zweite Version von Kepler selbst" (1624) "noch einmal gründlich überarbeitet" wurde. 

Gewiss kann man dies verschmerzen. Wenn Kepler selber etwas korrigierte, und das sogar 16 Jahre später, lässt man lieber die Finger davon - das geht in Ordnung! Trotzdem kann es mancher nicht lassen und wandert noch zum Bücherregal, was selten genug vorkommt. Wer dort das Lexikon (etwa Knaurs Lexikon Band 19, V bis Z) aufschlägt und unter "Wallenstein" nachliest, erhält gleich am Anfang die gewünschte Auskunft, nämlich: dass Albrecht Wenzel Eusebius von Wallenstein am 24. September 1583 geboren wurde. Gut, denkt man, auf Keplers Horoskop steht zwar, dass es der 14. September und nicht der 24. gewesen sei. Das irritiert. (Abbildung unten). Aber es irritiert uns nur dann, wenn wir den alten Kalender in unserem Kopf nicht umgestellt haben und mit den 10 Tage Differenz noch immer nichts anfangen können. 

Ausserdem hat Kepler das Horoskop Wallensteins ja nicht bei dessen Geburt erstellt, sondern als man sich bereits mitten in einem Krieg befand. Auch dieser Krieg wirkt nun offenbar nach oder bereits wieder auf uns ein. Und selbst dies macht sich wie damals auf wunderliche Weise bemerkbar, als wäre unser Kalender ebenfalls neu geschrieben worden - es gibt eine Zeit vor dem 11/9, aber auch eine Zeit danach, welche vom Krieg beherrscht wird, der vielleicht wiederum dreissig Jahre dauern könnte. 

Am besten ist es wohl, kommt einem nun der Gedanke, man wendet sich gleich an Kepler selbst. Schliesslich wird in der Rowohlt Monographie "Johannes Kepler - in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, dargestellt von Johannes Hemleben" ausführlich über mehrere Buchseiten vom Verhältnis zwischen Kepler und Wallenstein berichtet. Auf Seite 119 unter dem Bild des Feldherren Wallenstein findet man auch das gesuchte Datum, da steht es geschrieben: "Er - geboren am 14. September 1583 - entstammte einem fast mittellosen böhmischen Landadel und war durch Klugheit, Ehrgeiz und Heirat zu einem Magnaten aufgestiegen". 

Also doch - der 14. September! Kepler hat sich nicht geirrt. Das Datum, das in seinem Horoskop steht, stimmt. Mit der Zahl 14 im Kopf wandert man zum Computer und startet das Astrologieprogramm, um Wallensteins Horoskop zu erstellen. Du meine Güte, schiesst es einem nun durch den Kopf, das Datum in der Mitte stimmt, aber die Planeten sind falsch! Oder umgekehrt: die Planeten sind richtig, falls man selber ein anderes Datum einsetzt, nicht das von Kepler und seiner Skizze, und nicht das seiner Monographie, sondern das Datum aus dem Lexikon. Wir sind nun wieder glücklich beim 24. September 1583 angelangt. 

Weil es stets eine Zeit davor, und eine Zeit danach gibt, hat sowohl Kepler mit seinem Horoskop wie auch das Lexikon recht, es kommt dabei einzig und allein auf unser inneres Vorstellungsvermögen und auf unser äusseres  Ein- und Umstellungsvermögen an.  

Und wer immer noch nicht ganz durchblickt, darf sich die Sache einfach so vorstellen, dass Kepler auf das Horoskop zwar den 14. September schrieb, dass er aber gleichzeitig richtig gedacht hat, sodass dabei automatisch die Gestirnsstände vom 24. September herausgekommen sind. Auf diese Weise hat auch die Rowohlt Monographie wieder irgendwie recht, die zwar in und für unserer Zeit geschrieben wurde, die aber unterm Bild mit dem 14. September selbstverständlich ebenfalls den 14. angibt, wobei nur die Planeten - aus heutiger Sicht - den Stand der Ephemeride vom 24. September wiedergeben. Das ist vielleicht verwirrend, aber schliesslich handelt es sich dabei um eine Monographie - wo sich Kepler aus seiner Zeit heraus gewissermassen selber vorstellt.  

Keplers Horoskop von Wallenstein - 1. Version 1608 erstellt - mit richtigem Datum in der Mitte der Skizze: der 14. September, der lediglich nach neuem Kalender der 24. September ist, auf dem auch die Gestirnsstände beruhen. (Mit dem 11. September haben beide Daten überhaupt nichts zu tun).     

So kann niemand Johannes Kepler unterstellen, er habe Unordnung gehabt oder er hätte sich bei bezahlten Aufträgen sogar im Datum geirrt. Selbst die Planeten in diesem Horoskop stimmen ungefähr. Und das Datum stimmt eigentlich ebenfalls. Nur stimmt unsere Übereinstimmung mit den verschiedenen Zeiten nicht mehr. Wie sollte sie auch stimmen können. Die Welt ist kürzlich nach dem 11/9 auch neu geordnet worden. Und diese neue Ordnung hat uns die alte Unordnung wieder gebracht. Dreissig Jahre Krieg und dazwischen ein Horoskop - mit einem wunderlichen Kreuz. Dies könnte es sein, was kommenden Generationen im nächsten Jahrhundert von den heutigen Kreuzzügen wieder übrig bleibt. Es ist, als wiederhole sich alles, bis ins Detail genau. 

Man darf zudem weiter fragen, warum Wallenstein erst 16 Jahre wartete, bis er die Horoskop-Skizze von Kepler überhaupt bemängelt hat? Und die Frage, was Kepler nach 16 Jahren in einer zweiten Version noch einmal "gründlich zu überarbeiten" hatte, bleibt ohnehin bestehen. Hier ist für den gesunden Menschenverstand noch anzumerken, dass Kepler die Astrologie so unernst nicht gewesen sein kann, wenn er zuletzt ausgerechnet ganz in den Dienst von diesem Wallenstein trat, der unheimlich viel im Sinn hatte mit der Astrologie! Und umgekehrt lag Wallenstein an Keplers Person vor allem an seinem Können als Astrologe - an einem Mathematiker oder Astronom allein hätte Wallenstein ziemlich wenig Interesse gehabt. Also auch hier gilt: Sage mir mit wem Du gehst, und ich sage Dir, wer Du bist! Soviel sollte auch den Verschwörungstheoretikern der Medien einfallen, welche sich zeitweilig ganz auf die Seite beleidigter Astronomen schlugen, die schon ein rotes Gesicht kriegen, wenn man lapidar feststellte, dass der gute alte Kepler ein Astrologe gewesen ist. Natürlich hat sich der Metaphysiker Kepler mit Wallenstein manchmal gelangweilt, genau wie er es beschrieb, aber das kommt in den besten Familien vor.    

Aus heutiger Sicht ist zumindest verblüffend, dass bei Sachen über die alle Welt spricht, offenbar ganze Gruppen von Experten zwar oft unterschiedliche Ereignisse meinen und zu völlig verschiedenen Expertisen gelangen, aber immer die gleichen Daten verwenden. Der 11/9 taucht inzwischen bereits schon bei Kepler auf und führt  uns kreuzweise zu den Ereignissen im Dreissigjährigen Krieg zurück. Der 11/9 ist permanent derart präsent, dass man damit von der Börse über die Wirtschaft zum heiligen Krieg gegen den heillosen Terror bis zur Folter geradezu alles legitimieren kann. Wir leben mit einem Datum im Kopf, das uns zum Kreuz geworden ist. Und an die eine oder andere Version solcher Wunderlichkeiten muss jeder irgendwie glauben, um das Kreuz mitzutragen. Nur dann spielen auch die Ereignisse keine besondere Rolle mehr. Man kann den Daten dann nämlich genau so gut auch wieder mit Worten folgen. Diese klangen schon 1608 ungefähr so:    

In der ersten Version sollte Wallenstein laut Kepler - allein wegen dem Stand der Mondin - noch: "für einen einsamen lichtscheuen Unmenschen gehalten werden". Er schrieb dem damals 25ig-jährigen Wallenstein: "Gewaltsam er auch sein wird, unbarmherzig, ohne brüderliche oder eheliche Lieb, niemand achtend nur sich und seinen Wollüsten ergeben, hart über die Untertanen, an sich ziehend, geizig, betrüglich.... auch streitbar, unverzagt, weil Sonne und Mars beisammen, wiewohl Saturnus die Einbildungen verderbt, sodass er oft vergeblich Furcht hat". 

So fährt Kepler weiter fort. Er erweckt damit den Eindruck, als wäre die Erde tatsächlich noch eine Scheibe. Es kommt einem auch heute wieder so vor. Nach diesen Texten wundert man sich zumindest auch ein wenig darüber, warum den Astrologen so sehr daran gelegen ist, Johannes Kepler auf ihrer Seite zu haben. In der zweiten Version sechzehn Jahre später ist jedenfalls von solchen Eigenschaften nicht mehr die Rede. Kepler betont dafür, dass er diese Version als Philosoph, das heisst als nüchtern denkender Mensch verfasst habe. Dafür hagelte es diesmal Belehrungen. Und mitsamt seinen Belehrungen trat Johannes Kepler 1928 ganz in den Dienst von Wallenstein ein. Wallenstein gab Kepler das Geld, das ihm der Kaiser schuldete zwar auch nicht, aber er sorgte immerhin dafür, dass Kepler mit seiner Familie ein Auskommen hatte.  Und nebenbei gelang es Wallenstein, Kepler ruhig zu stellen, indem er ihn an sich band. Das ist typisch für eine kardinale "Waage", die nicht mehr weiter weiss, und vom Sonnenstand her den kardinalen "Steinbock" kontrolliert - Kepler war im Zeichen Steinbock geboren.    

       

    Die erste Verschwörungstheorie 

Irgendwann 1608 - Als Johannes Kepler über den Freiherr Albrecht von Wallenstein diesem selbst offenbarte, dass hinter seinem Rücken eines Tages eine Verschwörung stattfinden werde, indem Kepler das Horoskop von Wallenstein zweimal - 1608 und 1624 - an derselben Stelle zufaltete, hat er mit dieser Andeutung selber die Grundlage zu einer Verschwörungstheorie geschaffen. Vielleicht war es die erste Verschwörungstheorie überhaupt. Kepler konnte nämlich unmöglich wissen, dass Wallenstein unter Mars/Uranus ermordet wird, denn einen Planeten namens "Uranus" gab es damals noch nicht. Genau so wenig wie die anderen Planeten, die man ebenfalls erst später entdeckte und die schliesslich "Neptun" und "Pluto" genannt wurden. 

Johannes Kepler aber sah angeblich in Wallensteins Horoskop ein "Wunderliches Kreuz", das die Welt nicht mehr los wurde und noch heute die Gemüter erhitzt. Hat er nun? Oder hat er nicht? Natürlich hat auch Kepler das Kreuz gesehen, von dem seither ständig die Rede ist! Immerhin waren Jupiter und Saturn schon damals bekannt. Und die anderen Planeten, die noch unbekannt waren, die spürte der Kalendermann und Wetterfrosch Kepler sicher auch irgendwie. Und Wallenstein spürte sie auch irgendwann. Nur sehen konnten sie die nicht. Doch spürten die Menschen damals noch etwas.    

Dank diesem Gespür ist Johannes Kepler mit seinem "Wunderlichen Kreuz" zum ersten Verschwörungstheoretiker geworden, der etwas sah, was er gar nicht sehen konnte, weil es das Gesehene noch gar nicht gab. Zumindest für ihn nicht, den Johannes Kepler seiner Zeit. 

Wallensteins Tod oder das wundersame Kreuz

Jupiter und Saturn als Konjunktion im Geburtshoroskop (innen) bei Wallensteins bilden bei seinem Tod eine Opposition zueinander und je ein Quadrat zu Wallensteins Jupiter/Saturn im Geburtshoroskop. 

 

Wallensteins Horoskop 24. September 1583 (innen). Aussen der Transit vom 25. Februar 1634 dem Abend seiner Ermordung. Mars und Uranus bilden die Achse ihre Halbsumme auf der Geburts-Sonne von Wallenstein. Das ist: der Befehl zum Töten -  (wird bei der Ermordung von John F. Kennedy ausführlich erklärt.) In diesem Beispiel wird zumindest dieser Vorgang auch nicht geleugnet. 

Auch Kepler wird selbst zu seiner Zeit, die ziemlich unsicher war, nicht behauptet haben, man müsse unter Jupiter und Saturn ermordet werden! Viel eher, soviel wusste auch Kepler bereits, wird man unter Jupiter und Saturn gewählt, normalerweise in ein Amt oder auf einen Posten, die andere ebenfalls gerne hätten. Mindestens aber zur Schönheitskönigin, zum Mann des Jahres, zum Vorstandsvorsitzenden oder zum Gemeinderatspräsidenten. Also ging es Kepler offenbar nicht um die beiden Planeten. Es ging ihm um das Kreuz. Er fand es "wunderlich"! 

Und genau so wunderlich finden wir heute noch dieses Kreuz. Als wären Wunder und Kreuz absolut untrennbar verbunden. Als wären wir seither allesamt kreuz und quer Verschwörungstheoretiker geblieben oder geworden, weil wir praktisch nichts dazu gelernt haben. Und als ginge es nur darum, von Theoretikern zu Verschwörungspraktikern zu werden, die hinter jeder Theorie einen praktischen Nutzen vermuten. Man kennt das: Lakritzen sind plötzlich gut fürs Gedächtnis und schwarze Schokolade isolieren die sogenannten freien Radikalen - weil es in der Zeitung steht. Und weil in der Zeitung von Lakritzen- und Schokoladenfirmen Anzeigen geschaltet werden. Und dass die Leser und Zuschauer auf diese Weise total werberesistent wurden, ist ebenfalls kein Wunder mehr. 

Johannes Kepler muss davon gewusst haben. Oder zumindest hat er es geahnt, denn er hat eine Selbstanzeige geschaltet. Er hat ausgerufen: "Ich sehe da ein ausgesprochen wunderliches Kreuz!" Die Anzeige lief. Er hatte eine Druckerei - von Wallenstein. Die Welt weiss es heute: Der alte Kepler konnte sich noch wundern, wie es heute nicht Mal mehr Primaner zustande bringen.    

Vielleicht aber, selbst dies wäre möglich, galt damals noch als landläufige Meinung, dass man ein Kreuz gar nicht überwinden kann. Nicht einmal ein Krieger wie Wallenstein. Und Kepler konnte nur noch das Buch zuklappen, und das Horoskop hinterher. Und höchstens noch diese Anzeige schalten, die trotzig überlebt hat und von der Nachwelt gründlich missverstanden wurde. Man befand sich schliesslich mitten im Krieg um das Kreuz, es wäre kein Wunder. Vielleicht gehörte das Kreuz auch zur Leidkultur der damaligen Zeit? Wie Kopftücher und Bikinis als stoffgewordene Leidkultur zur heutigen Zeit gehören. Alles ist möglich. Es ist immer alles möglich. Wir machen von all diesen Möglichkeiten nur viel zu wenig Gebrauch.   

Wir sind vorsichtig geworden. Weil der Nutzen jetzt feiner, abgestimmter, verborgener und magischer wirkt als der Sinn. Hinterlistiger allerdings auch. Ich meine: "Es werde Licht!" das war doch noch ein guter Satz. Der war verständlich und nützlich. Dieser Satz hatte von Anfang an einen gewissen Sinn und dazu einen relativ realen Nutzen. Auch wenn er ein bisschen Erhaben klang, ein wenig rivalisierend mit Gott und der Welt, hat er doch wenigstens seine Erhabenheit nicht eingebüsst und den Sinn und den Nutzen auch nicht. Es wird immer noch Licht.    

   Vorsichtig sind wir geworden. Und Vorsicht und Verborgen heisst auch, Verschwörungstheorien brauchen nicht mehr sinnvoll und langlebig zu sein wie zu Keplers Zeiten, sie müssen nur einen ganz bestimmten Nutzen erbringen. Dadurch werden unsere Möglichkeiten dramatisch reduziert. Und in dieser Enge gedeihen dann die Wunder. Eines Tages könnte die Welt nur noch aus lauter Nutzfahrzeugen, Nutztieren und Nutzniessern bestehen, die sich allesamt wundern. Sie würden sich gegenseitig herum kutschieren und nach einem Sinn plärren. Möglichst nach einem doppelten. Nach Briefmarken, die man zuerst auf einen Umschlag klebt und danach noch sammeln kann. Oder nach Goldmünzen, die einen Goldwert haben und als Münzen auch noch einen Geldwert besitzen, der steigen kann. Kepler hat Wallenstein kein schmeichelhaftes Charakterbild verpasst - und er wurde belohnt dafür. Das machen die heutigen Verschwörungstheoretiker auch.  Man hat es gelesen. Jeden Tag neu. 

Die Verschwörer - 1634

Verschwörungstheorien existieren seit über 370 Jahren - historisch überliefert 

Johannes Kepler nannte die Astrologie zwischendurch auch Mal ein "närrisch Töchterlein" der Astronomie und hat Albrecht Wallenstein gar nie wirklich gekannt. Solche Ideen waren in friedlichen Zeiten Anlass genug, um einen hochakademischen Streit darüber zu entfachen, ob Kepler ein Mensch war oder ein Gott. Heute sind die Zeiten nicht mehr so friedlich, man denkt noch mit Wehmut daran. 

 Johannes Kepler hat mit Wetterprognosen seinen Lebensunterhalt verdient und war ein eingefleischter Pazifist, der den Kreuzritter Wallenstein einfach Mal verarschen wollte. Er bediente sich dazu eines wunderlichen Kreuzes, das er im Horoskop von Wallenstein verankerte. Als Kepler 1928 nicht mehr ein noch aus wusste, hatte er noch diesen einen Anker, der ihn nach Sagan zu Wallenstein führte. Dort ging es ihm gut, so gut, dass er sich sogar langweilte - während in der Ferne ein unbarmherziger Krieg tobte.    

Das wunderliche Kreuz hat dafür gesorgt, dass Wallenstein abdanken wollte, aber die Krieger wählten ihn und überredeten ihn dazu, weiter zu machen. Auch das kommt heute noch vor. 

Alle disharmonischen Winkel, Opposition, Quadrat und Anderthalbquadrat werden in Teiler 8 sichtbar. Abbildung oben. Saturn und Pluto trafen sich am 07. März 1634 (neuer Kalender plus 10 Tage zum 25.02.) exakt auf Wallensteins Geburts-Sonne. Der laufende Mars befand sich auf seinem Aszendenten

Gestorben ist Wallenstein am Befehl des Kaisers unter Einsatz der Verschwörer, die sich unter seine Truppen mischten und ihn am 25.02.1634 (neu 07.03.1634) ermordeten. Dieser Befehl ist, wie in anderen Fällen, unter Mars/Uranus zu finden.   

          

Dem Mars/Uranus als Befehl zum Töten lag hier eine Verschwörung zugrunde, die man nicht als Theorie abtun kann, da die Fakten verbrieft sind. Die eigentliche Verschwörung ist also die, dass man bei fehlenden Fakten selbst bei einem Mord an einem Präsidenten am helllichten Tag davon ausgeht, dass im Übrigen alles normal abgelaufen sei. Weil wir das halt so sehen wollen. Und weil wir Fakten, die Kepler damals schon im Horoskop Jahrzehnte vorher gesehen hat, heute nicht mehr zur Kenntnis nehmen - obschon sie inzwischen noch um ein Vielfaches genauer wurden als sie zu Keplers Zeiten möglich waren. ---

Siehe dazu die gleiche Konstellation bei der Verschwörung, die zur Ermordung von John F. Kennedy führte.

 

°°°

2004 - ein Beispiel aus heutiger Zeit

Tollste Verschwörungstheorie des Jahres 2004 - bei Spiegel online

Der "Spiegel" findet im November 2004, drei Tage nach Jassir Arafats Tod, es sei an der Zeit, herauszubilden und auf den Gedanken zu kommen, dass Arafat in Lohn und Brot vom israelischen Geheimdienst gestanden haben könnte. Es sei nämlich erstaunlich, meint der Kolumnist, dass noch niemandem - nicht einmal den Giganten der Verschwörungstheorien - bisher die Idee kam, dass Arafat ein Agent der Israelis gewesen sein könnte! Begründung: Es seien schliesslich die Israelis gewesen, die Arafat 1993 aus dem Exil holten und ihn als legitimen Verhandlungspartner akzeptierten. Eine Weile habe er sogar nicht nur israelische Berater sondern auch israelische Bewacher gehabt, die ihn vor Gefahr aus den eigenen Reihen schützten. Selbst wenn er sich danach selbständig machte, habe er immer genau das geliefert, was die nationalistischen israelischen Rechten brauchten, um ihre irrsinnige Politik weiter zu führen.

Exakt die gleiche Theorie - mit demselben Wortlaut - hat der gleiche Autor ein Jahr davor schon über den neuen Führer der Hamas, Dr. Rantisi verbreitet, in dem er ebenfalls einen Agenten vom israelischen Geheimdienst vermutete. Für ihn steckt offenbar jeder, der sich gegen Israel zur Wehr setzt, mit den Israelis unter einer Decke. Rantisi und seine Söhne wurden später von israelischen Helikoptern aus mit Raketen ermordet. Der Autor dieser Theorie heisst H. M. Broder, und ihn müsst man fragen, ob es für ihn typisch sei, dass israelische Agenten so behandelt und beiseite geschafft werden? Oder ob er sich bloss keine anderen Zusammenhänge mehr vorstellen kann? Vielleicht auch, versucht man eine Verschwörungstheorie heute einfach auf möglichst viele Leute zu projizieren, in der Hoffnung, dass sie an einer dieser Personen dann schon hängen bleibt. Die ständige Wiederholung macht es möglich. Oder vielleicht jagt hier nur ein Gedanke den selben. Alles ist möglich.  

  

Zum Artikel 

Auf diese Weise klingt natürlich selbst das Tragische noch irgendwie humorig. Der "Spiegel" beispielsweise möchte in der Regel von Verschwörungstheorien lediglich berichten. Ideen und Anstösse dazu liefert er aber gleich selber. Was man auf diese Weise in die Welt setzt, wird gesammelt und kann in ungefähr drei Jahren in einem neuen Dossier unter dem Stichwort "Gigantische Verschwörungstheorien" als Produkt der Leserschaft verkauft werden. Niemand wird sich später noch an die Herkunft und Urheberschaft erinnern oder danach fragen. Damit ist der doppelte Nutzen erfüllt. Diese Art Journalismus bedeutet sodann: Man wirft mit Dreck und berichtet davon.  

evf            

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