| Die mit Blut schreiben müssten

von Edgar Valentin Flückiger
07.12.2005
- Aus dem Geschäft mit der "Vogelgrippe" ist nichts Rechtes
geworden. Das Projekt entsprach nicht den Erwartungen, die man sich
machte. Dem Geschäft mit der Angst
hat es trotzdem nicht geschadet. Der Angst geht es nicht schlecht. Es geht
ihr sogar besser als jemals zuvor. Die "Pandemie" ist
hier angekommen, auch wenn die Vögel Europa wieder nicht erreichten. Und
anstelle der Zugvögel kommen massenhaft Firmen auf, die jetzt mitfliegen wollen. Telefonisch, per
Email und Briefpost, werden wir vor allerlei Krankheiten gewarnt, verbunden
mit der rosigen Aussicht, dass sie das passende Mittel zufällig gerade auf Lager hätten.
Heute
Morgen schon in aller Frühe erklärte mir eine Frauenstimme am Telefon:
"Wissen sie, es ist so, da wurde eine Untersuchung gemacht und es stellte sich
heraus, dass es Milben in Matratzen gibt, die...." Das reichte! Ich
unterbrach sie höflich und erklärte ihr langsam, "dass eigentlich nur
Untersuchungen gemacht würden, fast ausschliesslich Untersuchungen, (weil
der Mensch halt auf der Suche ist). Und es solle sie daher bitte nicht verwundern,
dass ich auch von Milben- und Insekten-Cocktails bereits genug gehörte
hätte und ich mir sogar wünschte, dass diese eine Meldung einmal wahr wäre, damit ich
wenigstens noch ein paar Mikroben am Leben lasse könne!" Doch dass selbst
diese Meldung nicht der Wahrheit entspricht, durfte ihr dann meine Frau,
die als Ärztin auch schon Untersuchungen machte, ausführlich
erklären, worauf sich die Stimme am anderen Ende der Leitung zuletzt wohl eher
als Betrügerin denn als Verkäuferin ihrer Produktionsfirma vorkommen
musste. Es war nicht zu ändern.
Wir
verkraften die Wahrheit schon lange nicht mehr. Also suchen wir fieberhaft nach Läusen,
Milben und anderen Insekten, die wir auch noch umbringen könnten, anstatt
tatenlos zuzusehen, wie das Leben über uns her fällt. Wir nennen diese
Tierchen Blutsauger und glauben damit im Besitz der Wahrheit zu sein, weil
wir nicht mehr merken oder spüren, wo tatsächlich Blut fliesst. Die
Zeitungen schreiben rührende Kommentare über die zwei, drei
Europäischen Geiseln, die jetzt im Irak entführt wurden. Gleichzeitig
applaudieren sie aber ihren Regierungsvertretern, die sich hinstellen, das
Rednerpult umklammern und ins Mikrophon stammeln: "Wir lassen uns
nicht erpressen!"
Ja,
was nun? Sind wir tatsächlich gut, so gut, dass wir jedes Leben retten,
wenn es in unserer Macht liegt? Oder tun wir nur so - und scheuen keinen
Aufwand, dass uns diese Schau gut gelingt? Also, sind wir zutiefst
verlogen und einfach profitgeil oder grundehrlich und wirklich
hilfsbereit?
Jedem
ist klar, dass uns die Entführten leid tun. Wenn dem aber so ist, wozu
dann das literarische Beiwerk, die Dichterwellen: "Staatsräson oder
Leben"? Wozu ein bisschen Hans Martin Schleyer, ein wenig Peter
Lorenz, eine Prise RAF, die doch alle gar nichts mit dem Irak zu tun
haben. Wozu? Wenn sie uns wirklich Leid tun die entführten Geiseln, dann
sollten sie wenigstens nicht auch noch dazu herhalten müssen, uns
die Staatsräson in rührenden und bewegenden Tönen - eben doch noch -
näher zu bringen. Falls sie uns wirklich leid tun, vergessen wir die
Staatsräson für einen Moment. Falls nicht, sind wir halt stolz darauf,
nicht erpressbar zu sein. Beides geht nicht.
Wenn
aber beides gehen muss, taucht automatisch die Frage auf, warum die
100'000 zivilen Opfer im Irak - die toten Soldaten noch nicht einmal
mitgezählt - keine solchen Gedichte erhalten? Keinen Einzeiler ihrer
Poesie, nicht mal die Hälfte von einem Beitrag, nicht einen Klang von
jenem Tonfall, der über eine Geissel auf unserer Seite tagelang
sämtliche Titelblätter und Sender füllt. Wir haben längst wieder
zweierlei Tote. Und jetzt auch wieder zweierlei Opfer. Dabei sind doch alle Toten
unsere Toten, - oder aber wir verzichten kollektiv auf unsere Ahnen. Die
Medien bringen uns bei, wie man einen spürbaren Verlust ohne nennenswerte
Verluste hin nehmen kann. Den eigentlichen Verlust darf man später
bezahlen.
Dichter
und Denker verhalten sich wie Firmen, die uns ihre heilsamen
Allerweltsprodukte gegen Milben auf Raten aufschwatzen. Bezahlt wird erst, wenn uns nichts mehr juckt. Es gibt aber keine Milben in
Matratzen, und selbst wenn es sie gäbe, wären sie immerhin noch ein
Zeichen von Leben. Vielleicht sollte man welche züchten, um noch ein
wenig am Leben zu bleiben.
Noch
andere Fragen tauchen auf, die offenbar niemand beantworten
möchte. Etwa diese: Worin genau liegt eigentlich der Unterschied zwischen den Entführern
und jenen, die ihren Forderungen nicht nachgeben und die Geiseln notfalls
opfern wollen? Kann das jeder einfache Mensch beantworten oder braucht es
ein paar listige Juristen dazu? Haben sie bei "Spiegel online" oder einem
Sender wie "n-tv" - wo man für seine Meinung auch noch bezahlen
darf - schon mal an einer Umfrage teilgenommen, wo die Frage lautet:
"Würden sie opfern, ja oder nein?"
Sie
haben nicht! Und Sie können gar nicht, weil diese Frage gar nicht gestellt
wird! Wir ticken
anders. Geben aber vor, dass die Frage zumindest
im Raum stünde. Und das ist die Verlogenheit, die sich hinter dieser
Frage, die zumindest verbal jetzt ständig auftaucht, tatsächlich verbirgt. Die Frage selbst steht
zwar schon im Raum, - aber nur aus Sicht der Entführer. Und aus Sicht der
Entführten!
Also,
was können darauf die direkt "Verantwortlichen" antworten? Womöglich berufen Sie sich darauf, dass sie die Geiseln ja nicht entführt haben. Und das stimmt sogar! Sie wurden auch
nicht gewählt, um zu Entführern zu werden oder um Erpressbar zu sein.
Trotzdem entführen sie Menschen wie richtige Entführer, lassen sie bei
Nacht und Nebel verschwinden, verfrachten sie regelrecht, scheren sich nicht um ihr Schicksal und tauschen sie
gegenseitig gegen andere aus. Trotzdem lassen sie sich täglich
erpressen, allerdings nicht für ein Menschenleben - und schon gar nicht
von Entführern. Aber sie werden erpresst vom Erfolg, für den sie notfalls
über Leichen gehen.
Und Notfall ist immer. Sie
befinden sich immer in Not: darum haben sie so katastrophale Aspekte im
Horoskop, die sie dann auf die Allgemeinheit übertragen, welche die
Katastrophe für sie ausbaden muss. Hitler, Mussolini
oder Bush und andere, - da kann man wahrhaftig von einem persönlichen
Notstand reden, nur die Zeche dafür bezahlten stets andere. Mit
ihrem Leben. Notfall ist also immer, so lange wir Schwerenöter wählen, um sie
eigenhändig auf dem Regierungssessel zu platzieren. Wären sie nämlich
nicht gewählt worden, würden es gewöhnliche Schwerenöter geblieben
sein, mehr nicht. Und die Not hätte ihnen allein gehört wie das Hemd - das Saddam jetzt
fehlt, weil Bush es nun trägt. Ganz in Weiss.
Auch der Irak war so ein
Notfall. Lange Zeit. Aber plötzlich fiel uns auf, dass man das
Christentum auch als Demokratie exportieren kann. Und im Iran ging es den Menschen über Jahrzehnte schlecht, aber nicht wegen Saddam, sondern exakt wegen
jenem Embargo, das wir
gelassen ausgesprochen und umgesetzt haben. Doch jetzt haben wir den Menschen
angeblich die Demokratie gebracht, - wegen Saddam! Somit verdankt der Irak
die Demokratie also Saddam, dem Diktator - und nun geht es den Menschen schlechter als jemals
zuvor. Unter dem Diktator mussten sie einem einzigen aus dem Weg gehen,
jetzt müssen sich gegenseitig alle ausweichen, ohne dass nur ein Leben
sicher würde dadurch. Und während all dies passiert, stecken
unsere Poeten plötzlich in der Haut einer Geisel, um ihre Liturgie zur Ader zu lassen! Das ist derart rabiat,
brutal, verächtlich und abscheulich, dass man sich fragen muss: Wann schreibt
die
Verlogenheit einmal mit dem eigenem Blut?
Man kann es nicht,
denn die Verlogenheit ist völlig blutleer. Dafür total verschmiert mit
Tinte und Druckerschwärze. Also,
ab wann schreiben sie
nicht mehr vom Blut der anderen? Oder, wenn sie es tun, wann
schreiben sie wenigstens ehrlich darüber? Wann schreiben sie von ihrer
Angst, nicht von "unserem" Recht? Ist
es so naiv zu fragen: Ab wie vielen geopferten Menschenleben ein angefangener
Krieg beendet wird? Ab 191 Toten wie es Spanien tat? Oder schon ab einem
Menschenleben, das mit Nachgeben noch zu retten wäre?
Das
nationale Bewusstsein, eingekerkert zwischen Denken und Glauben, will zwar
den Frieden, doch weil es ihn dauerhaft will ohne zu Geben, ist das mehr
als die beiden anderen zusammen wollen. Und das sagt uns: Wenn
sich Perverse Befriedigung verschafften, werden sie zuweilen wieder völlig normal.
Wenn aber die Normalen Befriedung schaffen wollen, sind sie dauerhaft völlig pervers.
Dazu haben sie ihre Eide geschworen: "So wahr mir "Gott"
helfe!" Und ihr privates Denkmuster damit über den Wolken erhöht.
Abbildung:
Das Ära-Horoskop der USA, mit
Transit & Progression, Dezember 2005
Noch in diesem
Monat geht die Achse Neptun/Pluto
über die gleiche progressive Achse Neptun/Pluto.
Danach, im neuen Jahr, erreicht sie auch die Grundkonstellation
Neptun/Pluto im Ära-Horoskop der Menschheit. (2.
Linie Transit, rote Markierung zur 3. dann 1. Linie ebenfalls rote
Markierung).
Der laufende
Uranus (2.
Linie) erreicht die Grundkonstellation Neptun/Pluto
(1. Linie) im Ära-Horoskop
im exakten Quadrat!
Das progressive
MC der USA (3.
Linie rechts unten) und die progressive
SONNE der Ära (ganze Welt) wird
dadurch ausgelöst! Die Abscheu vor den Absichten und Praktiken der USA
erreichen einen Höhepunkt.
Uranus
("Höhere Willensrichtung" und menschliche Willkür) erzeugen
zum Zentralgestirn der Sonne (Körper
und Sinne) grundsätzlich Disharmonie. Dabei handelt es sich um innere und
äussere Formen einer Disharmonie, die nicht etwa nur krankhaft
Harmoniesüchtigen entzogen wird, sondern die Tiere, Menschen, Welt und
Umwelt tatsächlich treffen. Man darf Sonne-Uranus Aspekte, wo dann ein
Mann, ein Clan, ein Staat oder seine Führung (Uranus) sich anmassen, sich
selbst für den Sinn des Ganzen zu halten, als waschechten
Staatsterrorismus bezeichnen. Und um nichts anderes handelt es sich dabei,
als um diesen und die menschliche Willkür der Medien.
Sonne-Uranus als
Konjunktion im Horoskop haben u. a. Saddam Hussein, Angela Merkel, George
Bush junior (progressiv). Die Betroffen selber bleiben ruhig, aber die
anderen laufen ihnen selbst auf dem roten Teppich noch davon (Staatsbesuch
bei Merkel). Es geht immer um Willkür, auch im Gespräch (der Staatschef
von Singapur zu Besuch bei Frau Merkel sprach über eine Hinrichtung und
Gesetz, mit der Schwarzen US-Inquisitorin Rice sprach man über
Entführung und Staatsterrorismus, für die Handlanger der Medien gibt es
erst recht keine Wahl, d. h. keine anderen Themen mehr. Dies führt dazu,
dass letztlich auch so gehandelt werden will.

Von
Staatsterrorismus weiss man natürlich nichts!
07.12.05 - Der Literaturnobelpreisträger
2005, Harold
Pinter, veröffentlichte
heute - 2 Tage vor Ende des rückläufigen Mars - seine Rede. Darin erinnert
er an die Toten, an die Gräber, Opfer und Ruinen, welche von der
US-Politik geplant, inszeniert und zu Tatsachen gemacht wurden. Pinters
Fazit: Die USA sind "brutal, verächtlich und skrupellos".
Pinter beklagt die politische
Rhetorik und die der Medien, die den Bürger verdummen und ihm die Wahrheit
vorenthalten. In vielen Zeitungsberichten fühlt man sich bereits von
dieser Kritik ausgenommen, man schiebt den Vorwurf an die Politik weiter
oder nahm schon Zuflucht im Begriff "Eklat" (Spiegel-online).
Das heisst, Pinters Anrecht als diesjähriger Nobelpreisträger der
Literatur seine Meinung literarisch zu äussern, ist nicht als
Selbstkritik auch ihrer Zunft zu verstehen. Was wiederum heisst, sogar
ihre eigenen etablierten Anlässe nehmen sie nach Beliebigkeit
wahr. Sie mögen lieber Büchlein wie den Gedichtband
"Titanic" von H. Magnus Enzensberger, der als alter Narr - um
hier den Begriff Halunke zu vermeiden - Kriege als bessere Probleme
lobpreist, die immerhin mehr brächten als die alten Sorgen. Und dann Kopf
schräg: "Ich bin keiner von euch!"
Harold Pinter bezichtigt die USA systematische Verbrechen in aller Welt zu
begehen und begangen zu haben.
Amerika zerstöre souveräne
Staaten vermittels Korruption und verdeckter Gewalt. Man verfahre auf eine
Weise,
"dass das Herz eines Landes infiziert werde, was eine bösartige
Wucherung in Gang setzt und man nur noch zuschauen müsse, wie der Faulbrand erblüht.
Sei die
Bevölkerung unterjocht oder totgeprügelt - es laufe auf dasselbe
hinaus - sässen bereits die eigenen Freunde, das Militär und die Kapitalgesellschaften
am Schalthebel. Man trete vor die Kamera und sage der Zeitung: "die Demokratie
hat sich behauptet".
Nach dem Zweiten Weltkrieg hat die USA "jede
rechtsgerichtete Militärdiktatur auf der Welt" unterstützt und sie
in zahllosen Fällen selber hervorgebracht. "Ich nenne Indonesien,
Griechenland, Uruguay, Brasilien, Paraguay, Haiti, die Türkei, die
Philippinen, Guatemala, El Salvador und natürlich Chile", sagte Pinter.
"Die Schrecken, die Amerika Chile 1973 zufügte, können nie gesühnt
und nie verziehen werden. In diesen Ländern hat es Hunderttausende von
Toten gegeben. Hat es sie wirklich gegeben? Und sind sie wirklich alle der
US-Außenpolitik zuzuschreiben? Die Antwort lautet ja, es hat sie gegeben,
und sie sind der amerikanischen Außenpolitik zuzuschreiben. Aber davon
weiss man natürlich nichts."
Den Irak-Krieg geisselt Pinter als niedrigste Aggressionsform eines
Landes, das "brutal, gleichgültig, verächtlich und skrupellos"
seine Interessen durchsetzt. "Die Invasion des Irak war ein
Banditenakt, ein Akt von unverhohlenem Staatsterrorismus, der die absolute
Verachtung des Prinzips von internationalem Recht demonstrierte. Diese Invasion war ein willkürlicher Militäreinsatz,
ausgelöst durch einen ganzen Berg von Lügen und die üble Manipulation
der Medien und somit der Öffentlichkeit."
Die
Rede im Wortlaut >
Touristen und andere
Besatzer

von Edgar Valentin Flückiger
|
23.07.2005
- Der Unterschied zwischen dem, der als Besatzer und dem, der als
Tourist zu uns kommt, ist manchmal gering. Als die Beamten von Scotland
Yard gestern einen harmlosen Fremden gezielt mit fünf Kopfschüssen in
der Londoner U-Bahn niederstreckten, gingen sie wie israelische
Scharfschützen vor, die palästinensische Kinder bei der Ernte auf den
Erdebeerfeldern mit Terroristen verwechseln. Und sie dann gezielt
töten. Warum mussten es übrigens fünf Kopfschüsse sein? Ist man
nach einem noch nicht tot genug?
Fünf
Mal in den Kopf geschossen! - jeder durfte mal, der Hass ist gross,
aber ist das nicht Terror? Nach fünf Schüssen aus
nächster Nähe sieht selbst der Kopf eines Bären aus wie ein Brei.
Sonne
Konjunktion Saturn: Brandbomben in mehreren Hotels in Scharm el Scheich
(Ägypten)

Natürlich
ergeht es uns umgekehrt genau so, wenn wir in die Fremde ziehen: Auch
wir werden oft ebenso verwechselt, wenn auch nicht mehr von Scotland
Yard. Der
Urlaubsort Scharm El Scheich liegt
in der Fremde - in Ägypten. Aber das tut der Irak auch, der Irak liegt
ebenfalls fern von uns. Der Unterschied zwischen beiden Orten besteht
allerdings darin, dass der Westen im Irak einen richtigen Bürgerkrieg
zwischen Sunniten und Schiiten anzettelte, der inzwischen
hunderttausend Zivilisten das Leben kostete, während in Ägypten in
einem Hotel ein paar westliche Touristen verletzt worden sind.
Auf die
über hunderttausend Toten 1991 im Irak angesprochen, antwortete die
damalige US-Aussenministerin Madeleine Albright lapidar: "Es ist
Krieg!" und die heutige Aussenministerin der Besatzer denkt das
erst recht. Also ist eben Krieg!
Im
Krieg wird die Unschuld vom Terror verfolgt, von dem es keine guten
Varianten gibt, nur die böse und noch eine böse. Mit jedem Krieg ist
ein Punkt erreicht, wo man seine Spitzfindigkeit über Bord werfen kann,
denn es nimmt sie einem keiner mehr ab. Man braucht den Deutschen
Kanzler Schröder also beileibe nicht für einen Weisen zu
halten, weil er sich diesem Krieg verweigert hat, er antwortete ja nur
auf die Lügen, die bereits jeder kannte, der sich selbst noch spürt.
Und zwar noch bevor sie dann tausendmal ausgesprochen und wiederholt
wurden. Das ist so einfach, wie husten.
Unter
einer Regierung der Christen mit Frau Merkel stürben längst Deutsche
Soldaten im Irak. Und wohl auch Zivilisten in Deutschland. Und wäre im
Vorfeld des Massakers nur einmal die Wahrheit gesagt worden, hätte
Schröder ob diesem gigantischen - angeblich vorhandenen - irakischen
Bedrohungspotential ja sein eigenes Land verraten. Aber er wusste, dass
es fauler Zauber war. Darum, nicht wegen der Wahlen, konnte er sich die
Absage leisten. Und die Franzosen und alle anderen spürten und wussten
das auch. Erst danach ging es um anstehende Wahlen. Wer damals also
nichts wusste, ist leider ein Trottel oder ein Heuchler und hat gute
Aussichten, dies in diesem Leben zu bleiben. Und wer immer noch davon
redet, den Terror "ausrotten" zu können, der seit Jahren
jeden Tag zunimmt, ist ein Gespenst. Eines das die beste Chance
hat, es bis
ans Ende seiner Tage zu sein.
Heute
kann nun jeder, aber wirklich jeder buchstäblich vom Terror verfolgt
werden, zwei- drei Mal oder ständig. Wie die 25-jährige
Britin Joanna, die vor zwei Wochen die Terroranschläge in London in
nächster Nähe miterlebte und darauf nach Scharm El Scheich
flüchtete, um sich zu erholen. Doch die Britin hatte sich ausgerechnet
für das Hotel Ghazala Gardens entschieden, wo es nun wieder zu
Detonationen kam. "Unser Bett hat gebebt", erzählte sie nach
der Explosion. "Ich hätte nie gedacht, dass ich den selben Horror
zwei Mal innerhalb kurzer Zeit erleben würde." Sie überlebte den
Anschlag, doch Dutzende Menschen kamen im Hotel Ghazala ums Leben.
Der
rückläufige Merkur
Nun ist heute
der Merkur im Transit rückläufig geworden. Und Merkur, der Planet des
menschlichen Denkens, hat im Mythos oft den Helm des Hades auf, der
seinen Träger unsichtbar und unberührbar macht - wie Gedanken. Das
will sagen: Die wahren Absichten unserer Gedanken bleiben für den
Betrachter verborgen. Merkur ist der Herr der Reisen, der Kaufleute und
Diebe. Darum haben beispielsweise Soldaten und andere Grosswildjäger
zur eigenen Sicherheit besser einen Helm auf, damit man ihre Absichten
nicht erkennt. Soldaten in der Fremde sind Diebe! Immer. Und Diebe, die
für ihren Diebstahl fremdes Leben töten, sind Mörder. Bei einem
Angriff auf ein fremdes Land gibt es darüber gar keine Diskussion. Man
kann ein fremdes Land nur als Besucher betreten, mit Gewalt geht das
niemals gut. Selbst als Besucher, sollte man sich vorsehen, welche
Absicht man mit bringt. Auch an Touristen müssten daher bald einmal
Helme verteilt werden, denn ihre wahren Absichten sind ja ebenfalls
alles andere als klar. Man denke an den Tourismus in Südostasien
während der Tsunamis, da stellte sich doch die Frage, wonach die dort
wohl alle gesucht haben mögen? Die hätten wahrscheinlich einen
riesigen Helm benötigt, wenn sie diese Frage hätten beantworten
müssen.
Merkur
und Pluto - im Ära Horoskop von England mit Meridian
"Spurensuche
in der Vergangenheit"

Die
horizontale und die vertikale Unterwelt
Auch
die Polizisten Englands tragen im Einsatz unter- und oberhalb der
U-Bahn Helme, ähnlich wie Grosswildjäger oder die US-Marines im Irak.
Es sind Helme, die uns an den Helm des Hades erinnern, den Herr der
Unterwelt und der U-Bahnen, der seine Träger unsichtbar werden lässt.
Und nun ist Merkur schliesslich der Reiseführer, der Begleiter
in die Unterwelt - zu den leeren Pyramiden oder zu den vollen
Sandstränden am Meer, wo es nur noch abwärts geht. Auch auf unserer
allerletzten Reise begleitet uns Merkur. Als Erklärer. Früher - als
der Krieg noch nicht global war - führte uns diese Reise zuhause eine
Grabestiefe unter die Erde: es gab eine horizontale Unterwelt, wie es
heute auch eine vertikale gibt.
Sowie
wir nämlich in die Fremde ziehen, gibt es auch eine vertikale
Unterwelt, eine Unterwelt, zu der man nur über eine zurück gelegte
Distanz gelangt, falls man alle Grenzen überschreitet, weil man seine
eigenen Grenzen nicht mehr kennt. Es ist die Unterwelt von
Soldaten und Touristen: die einen kommen lachend an, die andern mit
bösem Gesicht. Aber beide kommen in der Fremde an. Die einen als
Gäste, die anderen als Besatzer.
Die
Sehnsucht nach der Unterwelt
Merkur
zeigt uns also: Touristen in der Fremde sind friedliche Besatzer. Von
unsauberen Toiletten, Kot oder Müll lassen die sich nicht aufhalten,
denn solches gehört zur Unterwelt, nach der sie sich sehnen. Es
gehört zu dieser Reise. Touristen
nehmen im fremden Ländern Sonne, Meer und Palmen in Beschlag. Sie
setzen sich einen Helm auf, verdrücken sich unter einen Sonnenschirm
oder unter einem Strohhut und jagen mit ihren Blicken dem Wild nach,
das gerade vorüber huscht und ihren Weg kreuzt. Sie gebärden sich wie
zivilisierte Soldaten. Leider gibt es aber
auch Soldaten in der Fremde, das sind nun wiederum die kriegerischen
Touristen. Es sind die Besatzer, die neben Sonne, Meer und Palmen auch
noch das vorhandene Öl und andere Kostbarkeiten gewaltsam in Besitz
nehmen wollen. Manchmal kann man beide Gruppierungen nicht mehr von
einander unterscheiden.
Der globale
Tourismus ist also eine besonders rigide Form der Okkupation. Für 250
Franken oder 300 Mark flogen sie schon vor Jahren in die Türkei, eine
ganze Woche im Hotel alles inklusive. Wenn man solchen Touristen hier
ein Haus zur Verfügung stellt, werfen sie am Ende des Aufenthalts eine
Handvoll Münzen in die Telefonkasse - hier ist ja alles eh nicht viel
wert. Es scheint fast eine Strafe zu sein, dass man im eigenen Land
Ferien machen muss. Dafür lassen sie es sich nach Bangkok dann wieder
etwas kosten. Darum könnte es gut möglich sein, dass man alle diese
fernen Länder bald auch noch "befreien" muss, weil sich dort
Touristen in Not befinden. Man beginnt allmählich zu entdecken, dass
Touristen und Besatzer sich inzwischen immer ähnlicher
werden.
Der
Bürgermeister der U-Bahn-Stadt
Eine Stadt mit
U-Bahnen hat also einen Untergrund. Sie hat eine Unterwelt. Und an der
Oberwelt hat diese Stadt Attentate erlebt - etwa die der Zionisten, die
damals einen eigenen Staat herbei bomben wollten. Doch ausgerechnet
deren Bürgermeister - ein Betroffener der Attentate vom 7/7/05 - kann
trotzdem noch unterscheiden. Die Medien fragen aber lieber ihre
eigenen Experten. Dabei ist der "Rote Ken"
Bürgermeister von London, er wollte Bush nicht empfangen, und er ist
zudem Englands prominentester Gegner gegen den fatalen Kreuzzug im
Irak. Wer nimmt sich also heraus, über Londons Geschichte mehr
wissen zu wollen, als er?
Ken
Livingstone sagt:
"Die
Terroristen sind nicht vom Himmel gefallen. Wir haben zweifelhafte
Regierungen gestützt. Und wir haben solche, die wir nicht mochten,
einfach aus dem Weg geräumt. Die westliche Politik im Nahen Osten ist
für den islamistischen Terror mitverantwortlich. Wir haben nun 80
Jahre westlicher Einmischung in überwiegend arabischen Ländern hinter
uns, weil der Westen Öl braucht.
Zwar
unterstütze ich grundsätzlich keine Gewalt, doch wenn die Briten so
unterdrückt werden würden wie die Palästinenser durch die Israelis,
dann nehme ich mal schwer an, dass wir selbst eine Menge
Selbstmordattentäter hervorgebracht hätten. Ich sympathisiere nicht
mit palästinensischen Selbstmordattentätern, aber ich verurteile sie
auch nicht einfach. Dafür verurteile ich die israelische Regierung,
die manchmal ganze Gebiete bombardiert und sich damit an unschuldigen
Zivilisten für die Terrortaten Einzelner rächt." (BBC-Interview).
Das sagt der
Bürgermeister von London, Ken Livingstone.
Ken
Livingstone ist also normal geblieben, und ehrlich. Er hat das Denken
nicht einfach verlernt oder anderen überlassen. Sondern er hat noch
einmal zurück gedacht, und sich erinnert, mit dem rückläufigen
Merkur. Und vor allem hat er sich seine eigenen Gedanken nicht einfach
durch fremde Parolen ersetzen lassen.
Man wünschte
sich, Ken Livingston wäre im Deutschsprachigen Raum
berichterstattender Journalist.
__________________________________________
(c) Welten.net - (Apollon
Edition, Zitate aus dem 'Buch der Triebwelt')
Tourismus
neu entdecken
Auch das Revolverblatt
"Blick" (Schweiz) leistete am 23. Juli 05 einen
Beitrag zum Tourismus. Unter der Rubrik Wirtschaft/Blick listen
drei Namen unter Angabe der Quelle Adac auf, was in den Ferien
(also im Ausland) billiger sei als zu Hause.
Für ein
Abendessen laut Blick: "Schnipo",
- was ungefähr Schnitzel mit Pommes - Frites heisst, - soll man in der
Schweiz 14 Franken, in Frankreich allerdings 27.85 Franken auf den
Tisch legen! Das ist eine Kostprobe dieser Preisliste. Vermutlich haben
die drei Autoren der "grossen Blick-Umfrage" den
untersten Zipfel von Genf mit Frankreich verwechselt. Die Franzosen
essen "Schnipo" nämlich nur im äussersten Notfall, also
kurz bevor der Krieg ausbricht, wenn alles andere schon Rationalisiert
wurde. Oder in einer Autobahnraststätte nahe der Schweiz oder
Deutschland gelegen. Normalerweise erhält man für diese Preislage in
Frankreich nämlich ein dreigängiges Menu mit Vorspeise, Salat,
Dessert und Käse. In einer mittleren Gaststätte gehört sogar ein
Glas Wein (inklusive) dazu.
Doch eine 7,5 dl
Flasche Hauswein kostet laut grosser Blick-Umfrage in Frankreich
sage und schreibe 26.65 Franken!! In der Schweiz koste er aber nur 15
Franken. Ich kenne in der Schweiz leider kein Lokal, das seinen
billigsten Wein zu diesem Preis verschenken würde, doch in Frankreich
kostet selbst der teuerste Tischwein nicht einmal die Hälfte davon! Wo
haben die Blick-Experten bloss ihre grosse Wirtschaft-Umfrage
gemacht? Wahrscheinlich mit dem Telefonbuch..."Hallo wie viel
kostet bei Euch ein Kaffee?"
In
Frankreich soll ein Kaffee 4.25 Franken kosten - soviel kostet er nicht
einmal im Hotel "George V." in Paris.
Eine Kugel
Schokoladen-Eis mit Waffel koste in Deutschland 90 Rappen, so viel wie
in Kroatien, in der Schweiz hingegen 2 Franken - wenigstens dies
dürfte - wenn man auf Kroatien verzichtet - so ungefähr stimmen. In
Frankreich koste diese Kugel allerdings runde 3 Franken! Der
Ringier-Konzern sollte seine Detektive unbedingt auf eine Reise nach
Frankreich schicken, es käme billiger als sie hier zu verpflegen.
Geradezu vorbildlich hat dies der Spiegel aus Hamburg getan, der seinen
Gourmet sogar die "Hochpreisinsel Schweiz" besuchen liess.
Seine Zahlen wären dann, im Vergleich mit dem fantastischen "Blick"-
Bericht, fast schon als nackte Tatsachen zu betrachten.
Hier: >>
H. M. Broder Sucht in der Schweiz.
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Eingetroffene
Prognosen:
Der
Tag vom US-Überfall auf den Irak
Bundestagswahl
2002 - exakt eingetroffen!
Prognosen
vor 4 Jahren
Eingetroffene
Prognose Bundestagswahl 1998
Download
Lewinski
Skandal seit 1997
auf dem
Internet
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Der
Börsencrash 2001 Dollar.exe
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