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Apollon Edition
Edgar Valentin Flückiger
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Über "Gott" und die Welt

von Edgar Valentin Flückiger

Niemand sollte aber glauben, dass er an einem einzigen "Gott" mehr Freude haben wird, als an keinem. Denn ein Allmächtiger, ohne Brüder und Schwester, Freunde und Verwandte, ohne Gesellschaft, Geliebte und Gegner, bleibt mit samt seiner Allmacht ein genau so bedauernswertes Wesen, wie das ohnmächtige Geschöpf, das ihn dafür anbetet. 

       

  Persephone & Demeter                          Bachus                               Venus-Aphrodite

Manche erinnern sich, dass es vor Jahrzehnten noch vierhundert Apfelsorten gab. Heute gibt es noch ein knappes Dutzend davon. Manche erinnern sich, dass es vor einigen Jahrhunderten noch eine dreistellige Zahl von Göttern, Nebengöttern und ebenso vielen Halbgöttern gab. Hunderte von himmlischen Kreaturen! Heute gibt es gerade noch einen einzigen davon. Es ist rationalisiert worden. Zuerst im Himmel, dann auf Erden.

Als wollten sie Unkraut vertilgen, haben Menschen im Himmel und auf Erden zugeschlagen. Unser Lebensraum wurde enger: selbst für Götter gab es plötzlich keinen Platz mehr. Sie mussten ausziehen, ihnen wurde sogar zuerst gekündigt. Und nun klafft dort oben ein Loch. Ein Ozonloch! Ein riesiges Merkmal, ein Brandzeichen, das sich ständig erweitert, seit dem der Himmel nicht mehr geschützt wird, weil er von niemandem mehr geschützt werden muss.

Und noch ein einziger Gott! Man stelle sich vor, wie armselig und klein der Himmel inzwischen geworden ist. Und wie gering unsere Wunschkraft dadurch wurde. Sechs Äpfel gegen Hunderte, die es einmal gab! Und zwei Dutzend Buchstaben gegen die Heerscharen von Bildern, die einmal unsere Vorstellung bevölkert haben! 

Als die erste Rationalisierung stattfand, schrumpfte die Heerschar der Götter auf einen einzigen zusammen. Die Christianisierung rodete den Himmel und liess dem Menschen die Erde als Einöde „Gottes“ zurück, wo nach Gnomen und Gespenstern gesucht werden durfte. Und musste!

Als dann die zweite Aufklärung stattfand und zynische Blindgänger wie René Descartes, Denis Diderot, David Hume und Voltaire auftauchten, um ihre aberwitzige Entgeisterung zum wahren Licht zu erklären, wurde auch dieser allerletzte „Gott“ noch von der Liste gestrichen. Die aufgeklärten Humanisten - und späteren Sozialisten - kamen vollends ohne himmlische Kandidaten aus. Die glaubten – sie glaubten! – der Mensch käme ohne Götter zurecht, auch wenn er sich auf Erden gegenseitig selbst nicht mehr leiden konnte und keiner den anderen neben sich ertrug. Nach der Revolution nahm der menschliche Geist mit seinen "Vögeln" den gesamten Luftraum in Besitz.

Weil jedoch in der Natur kein Platz frei bleibt, sondern jeder Freiraum gleich wieder von anderen Erscheinungen besetzt wird, sowie er leer ist, haben wir uns nun um die Beckhams, die Hiltons und andere Schnösel und Babetten zu kümmern. Jeden Tag grinst dem Betrachter eine andere Fresse ins Gesicht. Damit er sich darin selbst erkenne.  Die Aufklärer setzten „Gott“ ab und setzen Manager und „Staren“ an seiner Stelle ein. So machten sie sich selbst, und uns als ihre Nachfahren, zu Abhängigen von Markt, Wirtschaft und Politik.

Als unmittelbare Folge davon sind wir es nun auch, die tagelang Werbung und andere Versprechen über sinnlose Verpackungen konsumieren dürfen, von denen behauptet wird, dass sich da auch ein Inhalt darin befände. Man wartet ewig und vergeblich darauf. Das Einpacken ist zur gelungenen Idee, das Auspacken zur ernüchternden Erfahrung geworden. Dieses: „Pack mal aus!“ ist uns der andere gerade noch wert, wenn wir ihn nach seinen Träumen fragen. Mehr nicht. Ansonsten muss man erst fünfzig Jahre warten, bis auch der Markt zugibt, dass beispielsweise das Rauchen schädlich sei. Und noch einmal hundert Jahre, bis öffentlich erklärt wird, wer die Gletscherschmelze tatsächlich zu verantworten hat. Ganz ähnlich ist es auch mit dem Terror, der gestern noch eine Institution war, und heute eine Methode. Wir führen einen Krieg gegen den Krieg, wir organisieren uns gegen Methoden - mit Methode.  

Mit jeder am Himmel vertriebenen Gottheit kam uns ein Naturschutzgebiet im Äther abhanden. Und nun hatten wir unser Manko auf Erden mit dubiosen "Lichtgestalten" zu ersetzen. Auf diese Weise sind die Götter zu unseren Schatten geworden, die wir niemals loswerden können, obschon wir uns  verhalten, als würde es sie schon lang nicht mehr geben. Doch es gibt keine Geschichte, die länger und älter ist als ihre, und deshalb existiert keine Energie, die mächtiger und "nachhaltiger" auf uns einwirkt, als ihre Kraft - die wir gnadenlos leugnen.

Auch wenn wir unser Spiel im Kinderzimmer der Wissenschaften weiter treiben und das eine Ende vom Fernrohr auf Bazillen, das andere ins Universum richten, werden uns ihre Schatten begleiten und nicht mehr das Licht sein, das sie einmal gewesen sind. Wir sind - freiwillig - eingeladen oder - unfreiwillig - aufgefordert und gezwungen dazu, zu ihnen zurück zu kehren, um das Licht der Vorstellung wieder aktiv von innen zu produzieren, anstatt den Schein von aussen passiv zu konsumieren.  Der Konsum von aussen bringt uns nichts als Verpackungen ein, die Produktion von innen aber Inhalte und somit Erfüllung. 

"Hermes-Merkur“ ist zur Schreibmaschine geworden, die irgendwann einging. „Phaeton“ wurde zum Volkswagentyp, der abstürzen und ebenfalls eingehen wird. Chronos-Saturn hat sich um unser Handgelenk gewunden, als handlicher Zeitmesser und Selbstwertspender. Doch wenn wir vom Chronometer die Uhrzeit ablesen, weil die Zeit inzwischen Geld geworden sei, denken wir deswegen keinen Augenblick mehr an den ‚Herr der Zeit’. In drei Schulklassen der letzten Oberstufe (Schulabgänger denen eine Menge Wissen vermittelt wurde, damit sie fürs Leben gerüstet sind) vermochte sich noch je eine Schülerin von jeweils fünfzehn beim Montag oder Sonntag an den Mond oder an die Sonne erinnern. Die anderen Wochentage waren für alle ein Tabu. Das ergibt bei 45 Schülern 95 Prozent, die vom Zusammenhang der einfachsten Worte, die sie täglich aussprechen, mit dem Kosmos nicht die leiseste Ahnung mehr haben.

Falls wir nun weiter forschen, wie es zu dem unseligen Schmarren kommt, den wir jeden Tag in den Zeitungen lesen, um damit stumpfsinnig zu werden, und wie das würgende Gekröse entsteht, das beim Fernsehen sitzend noch einmal verdaut werden muss, ist dies eine psychologische Frage. Man greift daher nicht zur Zeitung, zur Illustrierten, zum Kochbuch oder zur Bibel, die ohnehin alle Plagiate sind, sondern diesmal zum Psychologischen Lexikon, um nach einer neuen Erklärung zu suchen.

 

Das psychologische Lexikon

Es steht alles drin, womit man Menschen erfasst. Und damit ist bereits schon das Unwesentliche gesagt: Es wurde fleissig ergriffen, was sich mit Begriffen erfassen lässt. Nichts fehlt diesem Buch. Bis auf eine Kleinigkeit. Bis auf einen  minimalen Begriff. Über das Wort ‚Mensch’ ist im psychologischen Lexikon nämlich keine Erläuterung zu finden, keine. Wozu soll man sich aufhalten, nicht wahr. Der Mensch? Was das ist, das ist ja wohl jedem klar. Und das Wort fehlt. Und die Worte fehlen.

Also muss man sich etwas einfallen lassen. Man wird auf den Gedanken kommen: "Die machen es sich nicht so einfach wie im Volkslexikon, wo uns halt eine gebührliche halbe Seite Text und eine Seite Abbildungen gewidmet ist. Die machen das anders. Die machen es sich richtig schwer." Vielleicht soll man ja unter einem anderen Stichwort nach dem verschollenen Menschen suchen? Das Wort ‚Mensch’ ist möglicherweise zu einfältig. Wir werden wahrscheinlich unter ‚Homo-Erektus’ oder ‚Homo-Sapiens’ zu finden sein. Und dort etwas genauer beschrieben.

Doch auch diesen Umweg kann man sich sparen, denn mit so viel Gutmeinen hat man wieder einmal Pech gehabt, wie immer. Weil: "Mensch", das war ihnen nicht zuviel, sondern zuwenig! Denn anstelle von Mensch wird man dort 'Menschenführung' finden. Man hat es beinahe erwartet. Und jetzt erinnert es einen.

Und man fragt sich nun, wozu man so ein Lexikon braucht? Denn es steht ja nix drin. Es ist das erste Lexikon, das eine Haltung offenbart, sonst nichts. Aber was für eine Haltung! Es ist die Haltung, die auch die heutige Boulevard-Presse prägt. Sie sind kaum zu unterscheiden von einander. Wenn wir die Seiten aufschlagen und darin zu lesen versuchen, kann man sich nicht mehr an den Menschen erinnern. Nicht an den uralten und nicht an den Menschen, dem man begegnet ist und nicht an den, dem man noch begegnen wird, - denn das möchte uns doch auch eine Erinnerung sein.

Nein. Wir brauchen es, wenn wir den Menschen vergessen haben und, wenn wir nicht mehr wissen, ob wir ihn  "phasisch-zyklotym" oder "endogen" haben wollen? Oder ob wir ihm bloss eine "Phobie" oder gleich eine "Phobophobie" zuschreiben sollen? Und wir brauchen es, wenn wir mir mal das Wort ‚Bastard’ etwas genauer erklärt haben wollen, denn „der“ steht drin.

Und wir brauchen es, wenn wir mehr über den 'Kretinismus' erfahren möchten, denn der wird uns erklärt. Und wir benötigen es dringend, wenn wir beispielsweise eine 'Kriminalprognose' stellen wollen! Wo wir dann nicht vergessen sollten, dass dies alles von endogenen und exogenen Faktoren abhängt, wie Erbanlage, Milieueinfluss, Psychose, Alkoholismus, aber auch Alter und Jahreszeit, sowie der Einfluss der Menstruation oder des Klimakteriums. Wobei hier also doch noch ein bisschen Mensch übrig bleibt: aber er blutet, er menstruiert oder er masturbiert! Und sonst hat er die Brille auf.

Was sollen wir also noch mit Äpfeln, Göttern oder Gott anfangen? - die menschliche Ration ist längst schon verteilt. Und die Psyche der Medien kaut sie uns rational vor. Wozu das Gezänk um den "Krieg gegen den Terror", der doch eher "Kampf" heissen sollte, weil man nicht mit Kanonen auf Spatzen schiessen kann - wenn schon der Mensch fehlt? Worüber reden wir eigentlich? Und wozu? Und vor allem, wer tut es? Sind es nicht alles Lappalien? Und wäre es nicht an der Zeit, dass wir vielleicht darüber aufgeklärt werden müssten, dass es uns in Wirklichkeit gar nicht mehr gibt!?

Es fehlt nämlich nicht nur der Mensch in diesem Buch. Es existiert auch keine einzige positive Spannung darin, kein sinnvoller Wahn, kein heilsames Manko, keine notwendige Unfertigkeit, keine Spur von erträglichem oder unerträglichem Leben - nur Erbrochenes, Übel, und heilloser Gestank. Und es menschelt nicht und es menschet nicht mal. Und dieses Buch der Wissenschaft, die sich mit dem Menschen befasst, ist eine "Hypomnesie", denn so heisst dann wieder die 'mangelhafte Erinnerung'! 

Aber es ist eine "Hypomnesie", die sich auf den Menschen bezieht.

 

(c) Welten.net - (Apollon Edition, aus dem 'Buch der Triebwelt')

 

       

  

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Der Tag vom US-Überfall auf den Irak

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Prognosen vor 4 Jahren

Eingetroffene Prognose Bundestagswahl 1998 Download

Prognosen vor 5 Jahren  

Lewinski Skandal seit 1997 auf dem Internet / Download  

Der Börsencrash 2001 Dollar.exe  

Scharon, Bush & Berlusconi Prognose (seit 2001)

Klare Beweise der Sternkunde

Die eingetroffene Prognose der Bundestagswahl! (> Leseversion)

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